
Die Amateurkultur braucht gesicherte Rahmenbedingungen. Hier Chor Divertimento.
Foto: Shiva Mangold
Mainz/Neuwied– Der Chorverband Rheinland-Pfalz, mit über 900 Chören und rund 70.000 Mitgliedern der größte Amateurmusikverband im Land, hat den im Landtag vertretenen Parteien ein klares Forderungspapier zur Landtagswahl am 22. März 2026 übermittelt.
Ziel ist eine nachhaltige Stärkung der Amateurmusik und des ehrenamtlichen Engagements im Kulturbereich.
Kernforderung: Ein Kulturfördergesetz für Rheinland-Pfalz
Unter dem Leitgedanken „Weil Kultur Daseinsvorsorge ist“ fordert der Verband die Einführung eines verbindlichen Kulturfördergesetzes. Die Amateurkultur – insbesondere die Amateurchöre – benötigt dringend mehr Investitionen in kulturelle Bildung sowie eine langfristig gesicherte Infrastruktur.
Dazu gehören ausreichend geeignete Proben- und Auftrittsräume für die rund 30.000 aktiv singenden Mitglieder.Qualifizierte Chorleitungen sichern – Berufsfachschule für Musik schaffen
Ein zunehmender Mangel an qualifizierten musikalischen Leitungen bedroht die Zukunft vieler Chöre. Der Chorverband fordert daher die Einrichtung einer staatlich anerkannten Berufsfachschule für Musik – nach bewährtem Vorbild anderer Bundesländer. Als geeignete Kooperationspartner bieten sich die Landesmusikakademie Rheinland-Pfalz und das Peter-Cornelius-Konservatorium an.
Musikalische Bildung im Ganztag verbindlich verankern
Mit dem bundesweiten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab August 2026 steigt der Bedarf an qualitätsvollen Bildungs- und Freizeitangeboten massiv. Der Chorverband warnt: Der verlängerte Schul- und Betreuungstag darf nicht zulasten der musikalischen Bildung gehen.
Chorsingen muss verbindlich in Bildungspläne und Ganztagsstrukturen integriert werden. Chorvereine bringen hier besondere Kompetenzen ein – bei musikalischer Förderung, Integration, Sprachbildung und sozialem Lernen. Voraussetzung sind verlässliche Kooperationen mit Schulen sowie eine angemessene Vergütung externer Fachkräfte.
Ehrenamt entlasten – Bürokratieabbau jetzt
Um das bürgerschaftliche Engagement im Kulturbereich zukunftsfähig zu machen, fordert der Verband einen konsequenten Abbau bürokratischer Hürden: einheitlicher, digitaler und vereinfachter Zugang zu Förderverfahren, Einführung von Festbetragsförderungen für kleine Projekte sowie deutlich erleichterte Mikroförderprogramme.
Der Chorverband Rheinland-Pfalz erwartet von den Parteien klare kulturpolitische Weichenstellungen, um die Amateurkultur als unverzichtbaren Bestandteil von Bildung, Kultur und gesellschaftlichem Zusammenhalt langfristig zu sichern. Er unterstützt ausdrücklich auch die Positionen des Landesmusikrats Rheinland-Pfalz.
Zitat
„Amateurchöre sind unverzichtbar für Kultur, Bildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Rheinland-Pfalz. Wir brauchen ein verbindliches Kulturfördergesetz, mehr Investitionen in musikalische Bildung und eine Entbürokratisierung des Ehrenamts. In der Ganztagsbetreuung muss die musikalische Bildung unserer Kinder garantiert sein“, so der Vorstand des Chorverbands Rheinland-Pfalz.
Hintergrund
Der Chorverband Rheinland-Pfalz wurde 1949 gegründet und feierte 2024 sein 75-jähriges Bestehen. Als Partner und Dienstleister für die Chorkultur setzt er sich für die Attraktivität des Chorsingens, die Förderung des Singens in Schulen und Kindergärten, die Aus- und Fortbildung von Chorleitern sowie die Beratung und Öffentlichkeitsarbeit ein.

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