Sonntag 16.August 2026

Landau bewirbt sich für EU-Projekt „LivableCities“ – Grünflächen und Begegnungsräume im Horst

7. Juli 2025 | Kategorie: Landau, Regional

Landau bewirbt sich für das EU-Interreg-Projekt „LivableCities“. Im Horst sollen dazu unter anderem halböffentliche Grünflächen durch aktive Nutzung oder ökologische Verwilderung aufgewertet werden.
Quelle: Stadt Landau

Die Stadt Landau will ihre bebauten Stadtgebiete nachhaltiger und lebenswerter gestalten und hat sich deshalb für das EU-Interreg-Projekt „LivableCities“ beworben. Das hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.

Bei dem Projekt handelt es sich um ein von der EU gefördertes Forschungs- und Umsetzungsprogramm, an dem auch die Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) beteiligt ist. Landau soll dabei als Partnerstadt der RPTU dienen. Ziel ist es, sogenannte blau-grüne Infrastrukturen zu entwickeln, also Elemente wie Grünflächen, Bäume oder Wasserflächen, die ökologisch, sozial und für das Stadtklima Vorteile bringen.

Bürgermeister Lukas Hartmann (Grüne) verweist darauf, dass zunehmende Urbanisierung oft zu Problemen wie schlechter Luft, Verlust von Artenvielfalt, überhitzten Städten oder einem höheren Risiko für Überschwemmungen führe. Das Projekt biete hier die Chance, Lösungen zu erarbeiten und gleichzeitig die Zusammenarbeit mit europäischen Städten auszubauen. Außerdem werde damit die Forschung der RPTU unterstützt. Sollte die Bewerbung erfolgreich sein, wäre es das erste EU-Projekt dieser Art für Landau, so Hartmann.

Konkret plant die Stadt zwei Maßnahmen im Stadtteil Horst:

  • Anwohnerstraßen sollen durch sogenannte Parklets – das sind kleine, temporäre Aufenthaltsflächen – aufgewertet werden. Damit sollen Begegnungen gefördert, Einsamkeit entgegengewirkt und die Verkehrssicherheit erhöht werden.

  • Außerdem sollen die bisher wenig genutzten halböffentlichen Grünflächen im Horst, die derzeit nur rund drei Prozent der Fläche ausmachen, entweder durch mehr Nutzung oder gezielte ökologische Verwilderung aufgewertet werden. So soll mehr Artenvielfalt geschaffen und die Flächen gleichzeitig als Treffpunkte für Anwohner nutzbar gemacht werden.

Die Gesamtkosten für beide Vorhaben liegen bei rund 225.000 Euro. Die Stadt selbst müsste davon etwa 90.000 Euro übernehmen. Durch die EU-Förderung (rund 60 Prozent) und mögliche Zuschüsse aus Städtebauförderprogrammen sowie vom Land Rheinland-Pfalz soll der Rest finanziert werden.

Neue Stellen sollen bei der Stadtverwaltung dafür nicht entstehen. Hartmann erklärte, dass die EU auch Personalkosten bezuschusse. So könnte die Stadt rund 120.000 Euro zurückerstattet bekommen – mehr als der Eigenanteil für die Investitionen. Damit würde das Projekt am Ende sogar zu einem Plus im städtischen Haushalt führen, falls die Förderung bewilligt wird.

Andere Partnerstädte des Projekts haben bereits erste Pilotmaßnahmen vor Ort gestartet, unterstützt von wissenschaftlichen Einrichtungen.

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