Montag 12.Oktober 2026

Krypto in Deutschland: Was die Koalition geplant hat

9. Mai 2025 | Kategorie: Allgemein, Finanzen, Ratgeber

Bild: MichaelWuensch auf pixabay.com

Jetzt ist es also fix: Die neue Regierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz ist angetreten. Wenn auch mit einem leicht fahlen Beigeschmack.

Denn letztlich ist Friedrich Merz erst im zweiten Wahldurchgang zum Kanzler gewählt worden – im ersten Wahldurchgang hat er nämlich nicht die erforderliche Mehrheit geholt.

SPD: Kein einfacher Koalitionspartner für die CDU

Die SPD war schon während der Koalitionsverhandlungen stets für Überraschungen gut. So gab es auf einmal den Plan, die einjährige Haltefrist bei Krypto-Investments abzuschaffen. Wer in Deutschland nämlich in Kryptowährungen investiert, der muss die Gewinne nicht versteuern, wenn die Coins länger als ein Jahr in der Wallet gehalten werden.

Wichtig ist, vor allem bei hohen Summen, dass man sich für das beste dezentrale Wallet entscheidet und das Geld nicht auf einer Online Wallet einer Börse liegen lässt. Denn schließlich können Hackerangriffe durchaus dafür sorgen, dass das Geld dann weg ist. Bei Kryptowährungen greift nämlich keine Einlagensicherung.

Die Union hat das geforderte Ende der einjährigen Haltefrist jedoch abgewehrt. Auch mit Blick auf den Umstand, dass die Abschaffung der Haltefrist von Seiten der SPD während des gesamten Wahlkampfs nie gefordert wurde – erst kurz vor dem Ende der Koalitionsverhandlungen wurde dieses Thema aufgegriffen.

Ende der einjährigen Haltefrist und Erhöhung der Kapitalertragsteuer

Kryptowährungen sind in Deutschland zwar noch nicht so ein großes Thema wie in den USA, dennoch steigt das Interesse an Bitcoin und Co. Deshalb war auch plötzlich der Aufschrei groß, als am 1. April die Meldung veröffentlicht wurde, die neue Regierung werde sich für ein Bitcoin-Verbot einsetzen und dieses so bald wie möglich beschließen. Doch das war nur ein April-Scherz – der jedoch sehr wohl den beiden Parteien zugetraut wurde.

Kein April-Scherz war die Forderung, die Haltefrist nach einem Jahr abzuschaffen, sowie auch die Anhebung der Kapitalertragsteuer. Auch das wurde von Seiten der SPD im Rahmen der Koalitionsverhandlungen gefordert. Aktuell liegt die Kapitalertragsteuer bei 25 Prozent, laut SPD hätte man eine Anhebung um 5 Prozent gewollt – das heißt, die Kapitalertragsteuer wäre auf 30 Prozent gestiegen.

Die Forderungen der SPD decken sich mit jenen der Grünen, die einen ähnlichen Plan hatten. So forderten die Grünen nicht nur das Ende der einjährigen Haltefrist, sondern auch die Erhöhung der Kapitalertragsteuer. Selbst die Argumentation hat man von Seiten der SPD übernommen: Die Grünen haben damals gemeint, die erwachsene Steuerfreiheit würde ein Ungleichgewicht mit sich bringen, dass dann zwischen Aktionären und Krypto-Investoren bestehen werde.

In Österreich hat sich übrigens damals die Regierung aus ÖVP und Grüne dafür entschieden, die einjährige Haltefrist abzuschaffen.

Zum Glück der Investoren konnte sich die SPD am Ende nicht durchsetzen. Als die Parteivorsitzenden den Koalitionsvertrag präsentiert haben, war klar, es bleibt bei der einjährigen Haltefrist. Zudem hat auch der Blick auf den Vertrag schnell verraten, dass man hier überhaupt kaum Ideen hat, die umgesetzt werden sollen.

Im gesamten Vertrag findet sich zwar die Überschrift „Regulierung Kryptowerte, Grauer Kapitalmarkt und Schattenbanken“, aber wenige Informationen, was man sich darunter vorstellen kann. Von Seiten der deutschen Bundesregierung werden also andere Themen eher behandelt werden, als Bitcoin und Co.

Umfrage zeigt: Deutsche bleiben kritisch und ablehnend

Wie schon erwähnt, sind die Deutschen nicht die größten Krypto-Fans, aber langsam steigt das Interesse. Sieht man sich die Ergebnisse des Umfrageportals Verivox an, so haben 57 Prozent der Befragten angegeben, sie seien wenig interessiert, wenn es um Bitcoin und Co. geht und hätten auch nicht vor, in absehbarer Zeit zu investieren. Nur 10 Prozent der befragten Deutschen gab an, dass man schon einmal investiert hätte bzw. Coins von diversen Kryptowährungen besitze.

Unterschiede wurden hier vor allem mit Blick auf das Alter festgestellt: Zwei Drittel der über 60-Jährigen sei nicht interessiert, während hingegen 29 Prozent der Menschen unter 30 Kryptowährungen ablehnen – wobei die Tendenz ganz klar fallend ist. Junge Menschen beginnen sich immer mehr mit Bitcoin und Co. auseinanderzusetzen.

Einen Unterschied gibt es übrigens noch beim Geschlecht: 65 Prozent der Frauen haben angegeben, ablehnend zu sein, wenn es um Kryptowährungen geht, während es bei den Männern nur 48 Prozent der Befragten waren.

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