Kräutergarten Klostermühle in Edenkoben: Kräuter, Gewürzpflanzen und frisches Gemüse – wie einst zu Zeiten des Klosterbetriebs

20. Juli 2020 | Kategorie: Allgemein, Ausflugsziele in der Pfalz, Essen & Trinken, Freizeit & Hobby, Kreis Südliche Weinstraße, Ratgeber

Wie im Garten Eden: Kräutergarten Klostermühle im Abendlicht.
Fotos: Rolf H. Epple

Edenkoben. „Im Moment erleben wir die Hochzeit des Gartens!“, sagt Klaus Schlosser bei einem Rundgang durch sein kleines Paradies, den Kräutergarten Klostermühle in der Klosterstraße 171.

Umgeben von der alten Klostermauer – mitten in den Edenkobener Weinbergen – erstreckt sich auf 6000 Quadratmetern eine einzigartige Gartenwelt, die in der gesamten Südpfalz sicherlich ihresgleichen sucht.

Zur Zeit blühen die Lavendelfelder: 45 Lavendelsorten, die einen wunderbaren Duft verströmen. Ernte und Destillation haben schon begonnen. Einige Sorten kommen aus der Provence aber der größere Teil stammt aus der Downderry Nursery aus England.

Eine überraschende Tatsache, auf die Klaus Schlosser gerne auf ausgiebigen Rundgängen durch seinen Kräutergarten hinweist. Die Sorten unterscheiden sich in Wuchsform, Blatt- und Blütenfarbe in Duft- und Reifezeit.

Überhaupt kann Klaus Schlosser zu jedem Gewächs, zu jedem Kraut, zu Sträuchern , Duft- und Gewürzpflanzen , bekannten und unbekannten Gemüsearten sowie zu seiner Biogärtnerei mit Gewächshaus viel Interessantes berichten.

Eine Besonderheit ist die nach seinem Plan angefertigte gläserne Destille, bei der beobachtet werden kann wie das Pfälzer Lavendelöl aus der Pflanze in die Flasche gelangt – mit dem dazugehörigen Riecherlebnis.

Es ist vielseitig und praktisch einsetzbar: „Lavendel nimmt die Nervosität, hilft bei Verdauungsproblemen, wirkt gegen Entzündungen und Verbrennungen, entspannt und macht Laune“, so Schlosser.

Klaus Schlosser: rührig und voller guter Ideen.
Foto: Rolf H. Epple

Klaus Schlosser, in seinem „früheren Leben“ Inhaber eines Gemüsebaubetriebes in der Vorderpfalz, hat vor Jahren in Edenkoben einen Ort gefunden, um sein Herzensprojekt dort als Garten erblühen zu lassen: Auf dem Gelände, auf dem die Mühle des ehemaligen Zisterzenserinnenklosters Heilsbruck stand und auch der Klostergarten angelegt war. So ist die Klostergeschichte auch ein interessantes Thema bei seinen Führungen.

Das Gelände war in einem sehr desolaten Zustand, aber Klaus Schlosser hat mit einem unglaublichen Gespür aus alter Bausubstanz Neues geschaffen in Verbindung von Historie, Ästhetik und Funktionalität.

Auf zum Teil alten Sandsteinmauern entstanden Räume für Tagungen, Veranstaltungen rund um die Themen „Gesunde Ernährung, „Selbstversorgung aus dem eigenen Garten“, Düfte aus Blüten und Blättern sowie Vermittlung von Wissen über die Heilkräfte der Natur.

Die Ideen gehen ihm dabei nicht aus. Das wissen Gäste aus Nah und Fern zu schätzen und auch die Presse, darunter bekannte Gartenmagazine und auch das Fernsehen, bitten Klaus Schlosser gerne zum Interview.

Millionen Menschen erreiche man durch solche Auftritte, nicht zuletzt durch die sozialen Medien sowie durch immer mehr Mundpropaganda der zahlreichen Besucher, hat Klaus Schlosser erkannt.

„2017 tagte bei uns der Deutsche Gartengipfel“ als Impulsgeber und Initiator, wieder Grün in die deutschen Vorgärten einziehen zu lassen“, erzählt Schlosser stolz. Die Garten-Idee wie er sie versteht, in ihrer Fülle und Farben, muss gewinnen gegen Trends, Vorgärten zu versteinern.

Eine Gartenkultur im Einklang mit der Natur wie sie z. B. die Engländer verstehen, ist nicht nur praktizierter Umweltschutz. Sie nimmt die Spannung aus unserem hektischen Leben, öffne das Herz und die Sinne. „Grüne, blühende und duftende Landschaften wirken heilend und entspannend“, so Schlosser.
Der Duftsinn, älter als der Sehsinn, wirke in diesem Zusammenhang sehr positiv direkt auf unser Verhalten oft ohne bewusste Wahrnehmung.

Der große Schwimmteich, von Schlosser selbst angelegt.
Foto: Rolf H. Epple

Eine Journalistengruppe mit blinden Menschen aus Spanien hat dies einmal überdeutlich mit großer Freude ausgedrückt.
„Das ist mein schönster Lohn: Die Begeisterung der Menschen, die von überall hierher kommen“, freut sich Klaus Schlosser mit seinem engagierten Team.

Im Garten hat man einen phänomenalen Blick auf das Hambacher Schloss und die Villa Ludwigshöhe. Touristen aus der ganzen Welt kommen gerne hierher.

„Ich mache auch Führungen in Englisch“, sagt Schlosser, der einige Zeit in den USA gelebt hat.

Auch im Kräutergarten verspürt man die Auswirkungen von Corona. Doch seit einigen Wochen dürfen wieder Führungen und Verkostungen stattfinden. Auch Garten und Hofladen mit kleinen Gaumenfreuden sind seit einigen Wochen wieder geöffnet – eine Fundgrube für Kräuter- und Lavendelliebhaber mit Pflanzen und viel Selbstgemachtem.

Die wunderschön gelegene Ferienwohnung mit Panoramablick sei bis Anfang Herbst allerdings ausgebucht, erklärt er.

Klaus Schlosser zeigt Pfalz-Express-Redakteurin Desirée Ahme den wunderschönen Blick auf die Villa Ludwigshöhe.
Foto: Rolf H. Epple

Infos:

Öffnungszeiten 2020:

April – 31. Oktober 2020
Mi. / Do. + Fr. 11 – 18 Uhr
Sa.11 – 16.30 Uhr

Führungen durch die Gärten aus Duftpflanzen, Heil- und Gewürzkräutern, sowie durch den Selbstversorgergarten mit einer großen Vielfalt bekannter und unbekannter Gemüsearten sind für Gruppen ab 10 Teilnehmern Mo- Sa. gegen Gebühr möglich.

Vorherige Anmeldungen erforderlich (Tel: 06323/989 77 98) oder für spontane Gäste immer Freitags in der Saison um 15:30 Uhr auch möglich.

www.kraeutergarten-klostermuehle.de
info@kraeutergarten-klostermuehle.de.

Fotogalerie: Rolf H. Epple

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