
Ihren ersten Gesundheitscheck durch Tierärztin Dr. Sonia Weber haben die Waldhundwelpen tapfer gemeistert. Alle fünf Tiere sind in einem entwicklungsgemäßen und sehr guten Zustand.
Foto: Zoo Landau
Landau – Im Zoo Landau gibt es Nachwuchs bei einer selten gehaltenen Tierart: Am 23. April wurden dort erstmals fünf junge Waldhunde geboren – zwei Männchen und drei Weibchen. Für den Zoo ist das eine Premiere und ein schöner Erfolg in der Erhaltungszucht dieser bedrohten Art.
Die Geburt ist das Ergebnis einer Zuchtpartnerschaft, die im August 2023 im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) begonnen hatte. Das neue Pärchen zeigte sich von Beginn an harmonisch – doch der ersehnte Nachwuchs ließ zunächst auf sich warten. Umso größer ist jetzt die Freude über die fünf gesunden Jungtiere.
In den ersten Wochen wurden Mutter und Nachwuchs möglichst wenig gestört. Inzwischen fand ein erster tierärztlicher Gesundheitscheck statt, bei dem auch die Mini-Transponder zur individuellen Kennzeichnung gesetzt wurden. Die Welpen haben mittlerweile die Augen geöffnet, erste Milchzähne entwickelt und beginnen bald, sich für Fleischmahlzeiten der Elterntiere zu interessieren.
Noch sind die Kleinen nicht für Zoogäste zu sehen – sie bewegen sich derzeit nur innerhalb der geschützten Rückzugsbereiche. Sobald sie sicher auf den Beinen sind, wird sich das in den nächsten Wochen voraussichtlich ändern.
Seltene Art mit besonderer Lebensweise
Waldhunde sind in europäischen Zoos eine echte Rarität: Nur rund 50 Einrichtungen halten sie, in Deutschland sind es nur sechs. Nachzuchten gelingen selten – laut dem internationalen Tierdatenregister ZIMS lediglich in zwölf Zoos innerhalb eines Jahres. Die Tiere stammen ursprünglich aus Mittel- und Südamerika und sind perfekt an ein Leben in der Nähe von Gewässern angepasst. Sie gelten als hervorragende Schwimmer und besitzen Schwimmhäute zwischen den Zehen.
Sozial leben sie in stabilen Familiengruppen, in denen es eine klare Rollenverteilung gibt. Auffällig ist etwa die Tatsache, dass nur die Mutter Nachwuchs bekommt – Töchter werden hormonell „unterdrückt“ und pflanzen sich innerhalb des Rudels nicht fort.
Die Kommunikation erfolgt über eine Vielzahl an Lauten, Körperhaltungen und Geruchsmarkierungen. Eine besondere Eigenart: Während die Männchen wie Haushunde beim Markieren das Bein heben, steigen die Weibchen mit den Hinterbeinen an senkrechten Flächen hoch, um möglichst weit oben zu markieren – ein „Handstand“, der im Tierreich selten ist.
Bedroht und schützenswert
In freier Wildbahn sind Waldhunde „potenziell gefährdet“ – so führt sie die Rote Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN). Der Bestand schrumpft, vor allem durch Lebensraumverlust und Krankheiten, die von Haushunden übertragen werden können. Umso wichtiger ist die Rolle der Zoos in der Erhaltungszucht.
„Die Waldhunde haben durch ihre Seltenheit in Zoos, ihre besondere Lebensweise und Sozialstruktur einen wichtigen Platz in der Umweltbildungsarbeit von Zoo und Zooschule“, sagt Zoodirektor Dr. Jens-Ove Heckel. „Dass wir jetzt durch erfolgreiche Nachzucht von gleich fünf gesunden Jungtieren einen Beitrag für die Arterhaltung leisten, freut uns ganz besonders.“

Foto: Zoo Landau

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