Montag, 19. August 2019

Kinodokumentarfilm: Wir sind Juden aus Breslau – überlebende Jugendliche und ihre Schicksale nach 1933

27. April 2019 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße, Kultur, Landau

Anita Lasker-Wallfisch mit Teilnehmern des Workshops im Gefängnishof Wroclaw.
Foto: red

Landau/SÜW. Karin Kaper und Dirk Szuszies haben für den Kinodokumentarfilm „Wir sind Juden aus Breslau“ den Deutsch-Polnischen Kulturpreis Schlesien 2017 sowie die Ehrenmedaille der Europäischen Kulturhauptstadt Wroclaw erhalten. Sie wurden weltweit  auf bedeutende Filmfestivals eingeladen. Der Film wird am Dienstag 7. Mai um 18 Uhr im Universum Kinocenter sowie am 8. Mai, 9.30 Uhr jeweils in Anwesenheit des Regisseurs Dirk Szuszies, in der BBS SÜW gezeigt.

Ein Film von aktueller Brisanz, der ein eindringliches Zeichen setzt gegen stärker werdende nationalistische und antisemitische Strömungen in Europa. Ein Film, der aufzeigt, wohin eine katastrophale Abschottungspolitik gegenüber Flüchtlingen
führt.

Ein Film, der anhand der Lebensschicksale der Protagonisten auch die Gründung des Staates Israel mit den Erfahrungen des Holocaust in Verbindung setzt. Sie waren jung, blickten erwartungsfroh in die Zukunft, fühlten sich in Breslau, der Stadt mit
der damals in Deutschland drittgrößten jüdischen Gemeinde, beheimatet. Dann kam Hitler an die Macht.

Ab diesem Zeitpunkt verbindet diese Heranwachsenden das gemeinsame Schicksal der Verfolgung durch Nazi-Deutschland als Juden: Manche mussten fliehen oder ins Exil gehen,einige überlebten das Konzentrationslager Auschwitz. Der Heimat endgültig beraubt, entkamen sie in alle rettenden Himmelsrichtungen und bauten sich in den USA, England, Frankreich, und auch in Deutschland ein neues Leben auf. Nicht wenige haben bei der Gründung und dem Aufbau Israels wesentlich mitgewirkt.

14 Zeitzeugen stehen im Mittelpunkt des Films. Sie erinnern nicht nur an vergangene jüdische Lebenswelten in Breslau. Ihre späteren Erfahrungen veranschaulichen eindrücklich ein facettenreiches Generationenporträt. Einige von ihnen nehmen sogar den Weg in die frühere Heimat auf sich, reisen ins heutige Wrocław, wo sie einer deutsch-polnischen Jugendgruppe begegnen. Gerade in Zeiten des zunehmenden Antisemitismus schlägt der Film eine emotionale Brücke von der Vergangenheit in eine von uns allen verantwortlich zu gestaltende Zukunft“, so Karin Kaper und Dirk Szuszies.

Anita Lasker Wallfisch, eine wichtige Protagonistin, hielt im letzten Jahr im Deutschen Bundestag die Rede bei der Holocaust-Gedenkfeier. In diesem Jahr ist der 81. Jahrestag der Pogromnacht. Das Kapitel „Pogromnacht“ spielt in den Erinnerungen unserer Protagonisten eine elementare Rolle (www.judenausbreslaufilm.de)

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