
Die Verantwortlichen aus der Verwaltung mit den anwesenden Ratsmitgliedern sowie Peter Strobel, Jörg Zimmermann und Beate Kimmel.
Foto: Stadt Kaiserslautern
Kaiserslautern. Kaiserslautern hat einen einzigartigen neuen Platz für kleine Veranstaltungen und Begegnungen bekommen. Am Abend des 7. Mai wurde auf dem Pfaff-Gelände der umgestaltete Kohlenbunker eingeweiht.
Einst wurden hier bis zu 4.500 m³ Kohle für die Kesselhäuser der Nähmaschinenfabrik gelagert, die über zwei mächtige Gleisbrücken direkt aus Eisenbahnwaggons angeliefert wurden. Nun ist in der historischen Anlage, deren Anfänge bis in die 1890er Jahre zurückreichen, eine multifunktionale Begegnungsstätte entstanden, die eine Nutzung für Mittagspausen, Freizeit und Erholung ebenso ermöglicht wie für kleinere Veranstaltungen.
„Der Kohlenbunker war früher ein Ort der Energie – und das wird er nun auch künftig wieder sein“, so der Vorstand der Stadtentwässerung Jörg Zimmermann, der für die Pfaff-Areal-Entwicklungsgesellschaft die zahlreichen Gäste begrüßte und diese mit auf eine Reise durch die Geschichte der Anlage und der Inwertsetzung in den vergangenen Jahren nahm. Er sei direkt fasziniert gewesen, als er 2022 zum ersten Mal hier gewesen sei. Gemeinsam mit Peter Strobel vom benachbarten Architekturbüro Bayer&Strobel entstand die Idee, den Kohlenbunker als Abschlussbauwerk der sogenannten Lina-Pfaff-Achse, also den historischen Bestandsgebäuden wie der Pforte, den Verwaltungsgebäuden, den Kesselhäusern und dem Schornstein, zu erhalten.
Dank dem großen Rückhalt von allen Beteiligten aus Verwaltung, Politik und Fachwelt habe man sich dann Schritt für Schritt vorgearbeitet. 2025 fanden bereits erste kleine Veranstaltungen statt.
Oberbürgermeisterin Kimmel wies daraufhin, dass gemäß den Plänen fürs Pfaff-Areal der Kohlenbunker eigentlich hätte einem kleinen Park weichen sollen. „Das wäre auch schön gewesen, aber in meinen Augen nicht Kaiserslautern.“
Kaiserslautern sei für sie keine geleckte, sondern eine ehrliche, eine kernige Stadt. Der bewusst roh belassene Kohlenbunker passe daher perfekt zur DNA Kaiserslauterns. Die Oberbürgermeisterin bedankte sich bei allen, die dieses „wunderbare Gemeinschaftsprojekt“ ermöglichten. Sie sei direkt schockverliebt gewesen, als sie von der Idee erfahren habe. „Es braucht eine Vision und mutige Menschen, die diese gemeinsam umsetzen. Das war hier auf beeindruckende Art und Weise von Anfang an der Fall.“
In den vergangenen Monaten wurde der Kohlenbunker mit gezielten Maßnahmen auf Vordermann gebracht. „Nachhaltig und kostengünstig“, umriss Jörg Zimmermann die beiden Leitgedanken. Die Gleisbrücken wurden begrünt und dienen somit als Wasserspeicher.
Ebenfalls als Wasserspeicher dient der neue Schotterbelag auf dem Original-Betonboden, der erhalten wurde. Der hintere Teil der Fläche wurde mit Mutterboden aufgefüllt, Rasen wurde gesät. Hier sollen nun noch Hochbeete entstehen, die zum gemeinsamen Gärtnern einladen sollen.
Eine kleine Bühne wurde gebaut, die noch ein Dach bekommen soll. Auch eine eigene WC-Anlage soll noch entstehen. Besonderes Highlight ist das Eingangstor, ein historisches Tor vom Pfaff-Gelände, das hier eine neue Nutzung fand.
Wie Zimmermann erläuterte, habe man bei der Inwertsetzung des Kohlenbunkers bewusst auf Recycling gesetzt. So fanden etwa auch alte Pflastersteine und Bordsteine aus der Innenstadt eine neue Verwendung.
Mit einem Grundsatzbeschluss vom 10. März 2025 hatte der Stadtrat dem Erhalt und der Entwicklung des Kohlenbunkers zugestimmt. Zur Finanzierung der Umgestaltung hatte der Rat dann im Dezember eine überplanmäßige Mittelbereitstellung in Höhe von 250.000 Euro bewilligt. Die Deckung der beschlossenen Mittel erfolgte durch eine Sonderausschüttung der Reichswaldgenossenschaft (RWG).
Wer Interesse an einem Newsletter zum Thema Kohlenbunker hat, kann sich dafür gerne anmelden unter kohlenbunker@pfaff-quartier.de.

Foto: Stadt Kaiserslautern

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