Berlin – Das Bundeskabinett hat dem Gesetzentwurf zum Mindestlohn zugestimmt.
Der nachjustierte Entwurf aus dem Haus von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sieht vor, dass Langzeitarbeitslose bei Annahme eines Jobs in den ersten sechs Monaten grundsätzlich von der Lohnuntergrenze in Höhe von 8,50 Euro pro Stunde ausgeklammert werden.
Auch Jugendliche unter 18 Jahren und Ehrenamtliche sind von der Lohnuntergrenze ausgenommen.
Nach dem Kabinettsentschluss kann sich nun der Bundestag mit dem Gesetzentwurf befassen. Geplant ist, dass der Mindestlohn zu Beginn des Jahres 2015 startet, wobei für eine Übergangszeit von zwei Jahren auch tariflich vereinbarte Stundenlöhne unterhalb von 8,50 Euro pro Stunde möglich sind.
Laut Nahles werde der Mindestlohn „für mehr Gerechtigkeit“ in Deutschland sorgen „und dazu beitragen, dass rund vier Millionen Menschen für ihre anständige Arbeit endlich auch ihren verdienten Lohn bekommen“.
Scharfe Kritik kam unterdessen vom Paritätischen Wohlfahrtsverband, der die Mindestlohnregelung als „üble Diskriminierung“ und Einstieg in einen „Zwei-Klassen-Arbeitsmarkt“ kritisierte. „Der Ausschluss ehemaliger Langzeitarbeitsloser vom Mindestlohn ist ein empörender Fall von Diskriminierung und führt die Idee des Mindestlohns als einheitliche Lohnuntergrenze für jede Form der Erwerbstätigkeit in Deutschland ad absurdum“, monierte Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes.
Im Unterschied zu Praktikanten oder Auszubildenden gehe es hier um ganz reguläre Beschäftigungsverhältnisse. „Der Grundsatz gleiches Geld für gleiche Arbeit wird hier mit Füßen getreten“, so Schneider.
Die FDP griff unterdessen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an. „Kanzlerin Merkel verrät mit diesem Gesetzentwurf das Erbe Ludwig Erhards“, sagte das FDP-Präsidiumsmitglied Michael Theurer. „Durch den allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn besteht die akute Gefahr, dass genau jene zu Verlierern werden, denen er eigentlich helfen soll. Die guten Zahlen auf dem Arbeitsmarkt geraten durch den Arbeitsplatzkiller Mindestlohn in Gefahr.“
Die Ausnahmen vom Mindestlohn für Langzeitarbeitslose und Jugendliche seien „lediglich Kosmetik und verdecken die eigentlichen Probleme“, die der Mindestlohn mit sich bringe, so Theurer weiter. (dts Nachrichtenagentur)

Diesen Artikel drucken






Berlin – Der gesetzliche Mindestlohn wird zum 1. Januar 2017 von 8,50 Euro auf 8,84 Euro brutto je Zeitstunde erhöht. Das Kabinett ...
Berlin – Die Bundesregierung will die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber erleichtern: Das Kabinett hat am Mittwoch einen entsprechenden Gesetzentwurf beschlossen. Außerdem sollen für ...
Berlin – Das Bundeskabinett hat heute den Entwurf für ein Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in ...
Berlin – Das Bundeskabinett hat am Mittwoch einen Gesetzentwurf zur sogenannten „Flexi-Rente“ beschlossen. Damit soll ein längeres Arbeiten für ältere Beschäftigte attraktiver ...
Berlin – Der Bundestag hat mit den Stimmen der Großen Koalition und der Grünen den Gesetzentwurf zur Einführung eines Mindestlohns in Höhe ...
Berlin – Hartz-IV-Bezieher sollen ab dem kommenden Jahr mehr Geld bekommen. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch eine entsprechende Gesetzes-Novelle von Arbeitsministerin Andrea ...
Berlin – Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) und die Spitzen der Koalitionsfraktionen haben sich auf Änderungen am Mindestlohn-Gesetzentwurf verständigt. Demnach wurde die ursprünglich ...
Berlin – Die rund 20 Millionen Rentner in Deutschland sollen ab Juli mehr Geld bekommen. Das Kabinett stimmte am Mittwoch einer Verordnung ...
Berlin – Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles hat angekündigt, Anfang November einen Gesetzentwurf zur so genannten Tarifeinheit vorzulegen. Um verfassungsrechtliche Fragen zu überprüfen, gehe ...















