
Eberhard Hartelt
Foto: Pfalz-Express/Ahme
Rheinland-Pfalz. In seinem Jahresabschlussstatement hat der Präsident des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Pfalz Süd e.V. (BWV), Ökonomierat Eberhard Hartelt, eine Bilanz des ablaufenden Jahres gezogen und Perspektiven für die Landwirtschaft formuliert.
Hartelt hob hervor, dass mit der neuen Bundesregierung, einem neuen Bundeslandwirtschaftsminister, der neuen EU-Kommission und einem neuen Agrarkommissar hohe Erwartungen an einen agrarpolitischen Kurswechsel verbunden gewesen seien.
Diese Erwartungen seien berechtigt gewesen. Am Jahresende stelle sich jedoch heraus, dass zwar ein Personalaustausch stattgefunden habe, ein echter Politikwechsel jedoch ausgeblieben sei.
Ein solcher Wechsel sei angesichts der Lage in den landwirtschaftlichen Betrieben dringend erforderlich. Der Verbandspräsident beschrieb die aktuelle Situation mit niedrigen Preisen in vielen Bereichen, kontinuierlich steigenden Kosten, sinkender Wettbewerbsfähigkeit und einer als belastend empfundenen Überregulierung.
Diese Entwicklungen dürften nicht fortgesetzt werden. Vor dem Hintergrund globaler Unsicherheiten bestehe ein legitimes Interesse an einer funktionsfähigen deutschen Landwirtschaft. Dazu gehöre, dass in der Branche ausreichend verdient werde, um eine Hofnachfolge zu sichern.
Hartelt erkannte zwar einzelne positive Entscheidungen im abgelaufenen Jahr an, betonte jedoch, dass diese nicht ausreichten. Erforderlich seien nun konkrete Maßnahmen: bürokratische Entlastungen und Vereinfachungen, weniger Regulierung bei größerer Eigenverantwortung der Betriebe, Schutz vor Importen mit niedrigeren Produktionsstandards sowie die klare Priorisierung der Nahrungsmittelproduktion als Kernaufgabe der Landwirtschaft.
Umwelt- und Naturschutz blieben dabei berücksichtigt, wie der Anfang Dezember geschlossene „Schulterschluss Artenvielfalt“ zwischen Landwirtschaft und Naturschutzverbänden in Rheinland-Pfalz zeige.
Für den Erfolg solcher Initiativen seien finanziell attraktive und wirtschaftlich lohnende Angebote nötig. Gleichzeitig müssten die Betriebe in ihrem Kerngeschäft wettbewerbsfähig bleiben. Hartelt äußerte die Hoffnung, dass dem Beginn des neuen Jahres ein positiver Impuls in diesem Sinne innewohnen möge. Er verwies auf die Landtagswahl am 22. März 2026, die für Landwirtschaft und Weinbau in Rheinland-Pfalz von großer Bedeutung sein werde.
Persönlich kündigte der Präsident an, dass 2026 sein letztes Amtsjahr sein werde. Nach zwölf Jahren an der Spitze des Verbands werde er das Amt weitergeben. Abschließend dankte Hartelt allen Mitgliedern und Engagierten für ihr Einsatz im zu Ende gehenden Jahr und wünschte für 2026 einen guten Start, Gesundheit, Zufriedenheit sowie mehr Frieden in der Welt.

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