
Wer Internet ohne Festnetz bestellen möchte, muss wissen, mit welchen Kosten zu rechnen ist.
Foto: Mithilfe von KI generiert
In vielen Haushalten setzt das Telefon im Flur Staub an, Gespräche laufen über das Mobiltelefon und der Anschluss dient allein dem Surfen.
Für diese Haushalte liegt es nahe, Internet ohne Festnetz zu bestellen. Mit welchen Kosten hierbei zu rechnen ist, hängt weniger vom Telefonverzicht als von der Anschlussart, den monatlichen Einmalbeträgen und der Laufzeit ab.
Über welche Anschlussarten ist Internet ohne Festnetz möglich?
Der Begriff „Internet ohne Festnetz“ hat drei Lesarten, nämlich den Tarif ohne „Telefon-Flat“, den Internetanschluss ganz ohne Telefonie und Rufnummer und den Internetzugang per Mobilfunk. Am weitesten verbreitet sind Tarife ohne Telefon-Flat.
Kabel und Glasfaser arbeiten unabhängig vom Telefonnetz, ein Telefonanteil muss dort nicht im Preis stecken. DSL und VDSL nutzen dagegen die Telefonleitung im Haus, kommen aber ebenfalls ohne gebuchten Telefontarif aus.
Leitungsgebundene Angebote wie das Highspeed-Internet ohne Festnetz von M-net gehören zur zweiten Lesart, denn dort ist keine Telefonie enthalten und ein Telefonanschluss mit Flatrate lässt sich als Option dazubuchen.
Ob ein Tarif an einer Adresse buchbar ist, zeigt die Verfügbarkeitsprüfung des Telekommunikationsanbieters. Der „Homespot“ für LTE oder 5G nimmt den Begriff dagegen wörtlich, kommt ohne Leitung im Haus aus und eignet sich für Adressen ohne schnellen Festnetzanschluss.
Für welche Haushalte ist Internet ohne Festnetz optimal geeignet?
Besitzt jeder Bewohner im Haushalt ein Mobiltelefon, bleibt eine Telefon-Flat ungenutzt. Internet ohne Festnetz beschränkt den Vertrag in diesem Fall auf eine schnelle Leitung für Streaming, Videotelefonie und Homeoffice.
Studierende, Paare und Familien, die über Messenger und Mobilfunk telefonieren, profitieren hiervon ebenso wie Menschen mit einer Allnet-Flat auf dem Mobiltelefon, denn deren Gesprächsminuten sind bereits bezahlt.
Soll eine feste Rufnummer für Angehörige erhalten bleiben, lässt sich bei vielen Telekommunikationsanbietern ein Telefonanschluss mit Flatrate als Option dazubuchen.
Wie setzen sich die Kosten für vorteilhaftes Internet ohne Festnetz zusammen?
Folgende vier Positionen kommen bezüglich des Internets ohne Festnetz zum Monatspreis hinzu:
- Bereitstellungsentgelt: Ein Einmalbetrag für die Freischaltung, der bei langer Laufzeit oder in Aktionen häufig sinkt oder ganz entfällt.
- Router: Wird das Gerät gemietet, fällt monatlich ein einstelliger Eurobetrag an, solange der Vertrag läuft.
- Zusatzpakete: Eine TV-Option oder ein Sicherheitspaket lassen sich nach Bedarf dazubuchen und erscheinen als eigene Posten auf der Rechnung.
- Minutenpreise: Gespräche über die Leitung werden ohne Telefon-Flat je Minute abgerechnet, einige Tarife sehen keine Telefonie vor.
Die Routermiete lässt sich umgehen, denn ein geeignetes eigenes Gerät darf an DSL, Kabel und Glasfaser betrieben werden, die Zugangsdaten stellt der Telekommunikationsanbieter kostenlos bereit.
Bezüglich DSL ohne Telefon genügt oft der vorhandene Router. Die Miete bleibt sinnvoll, wenn kein passendes Gerät im Haus steht oder die Laufzeit kurz ist.
Welche Preisspanne gilt derzeit für Internet ohne Festnetz?
Nach Ablauf der Aktionspreise kostet Internet ohne Festnetz je nach Anschlussart und Geschwindigkeit zwischen rund 20 Euro im Monat für einfache Kabel- und DSL-Anschlüsse und rund 120 Euro für Gigabit-Glasfaser.
Hinzu kommt ein einmaliges Bereitstellungsentgelt, das zwischen null und rund hundert Euro liegt. Der Abstand zur Doppelflat aus Internet- und Telefon-Flatrate beträgt meist null bis fünf Euro im Monat, deshalb wiegt die Anschlussart bezüglich des Preises schwerer als der Telefonverzicht. Aktionspreise senken die ersten Monatszahlungen zusätzlich überaus deutlich.
Welche Vertragslaufzeiten sind bezüglich des Internets ohne Festnetz möglich?
Bezüglich des Internets ohne Festnetz sind Verträge mit zwei Jahren Mindestlaufzeit üblich, daneben aber auch Angebote mit einem Jahr Vertragslaufzeit und Tarife ganz ohne Mindestlaufzeit.
Nach Ablauf der Mindestlaufzeit läuft der Vertrag auf unbestimmte Zeit weiter und lässt sich jederzeit mit einer Frist von einem Monat kündigen.
Jede Laufzeit hat ihren Vorteil. Eine lange Bindung belohnen viele Anbieter von Telekommunikationsdiensten mit einem reduzierten Bereitstellungsentgelt oder einem niedrigeren Monatspreis, eine kurze Laufzeit erhält die Freiheit zum zügigen Wechsel.
Wird nachträglich eine Telefon- oder TV-Option bestellt, kann für den gesamten Vertrag eine neue Mindestlaufzeit beginnen.
Internet ohne Festnetz bestellen: Was kostet der Anschluss über die gesamte Vertragslaufzeit?
Aussagekräftig ist der Effektivpreis. Er ergibt sich aus der Summe aller Monatspreise der Mindestlaufzeit zuzüglich Bereitstellung und Routermiete, abzüglich einmaliger Gutschriften. Geteilt durch die Zahl der Monate zeigt diese Summe, was der Anschluss im Durchschnitt kostet.
Einzelne Telekommunikationsunternehmen staffeln dreifach, mit einem Preis für die ersten Monate, einem zweiten danach und einem dritten nach der Mindestlaufzeit, der dauerhaft gilt. Vor Vertragsschluss geben zwei Dokumente Auskunft über diese Preise.
Das Produktinformationsblatt nennt den Listenpreis, die Vertragslaufzeiten und die minimale, normale und maximale Geschwindigkeit, bezüglich des Internets ohne Festnetz auch, ob Telefonie enthalten ist. Die Vertragszusammenfassung zeigt das individuelle Angebot mit allen Preisstufen und Beträgen.
Zu rechnen ist beim vorteilhaften Internet ohne Festnetz mit einem Monatspreis innerhalb der genannten Marktspanne, dazu mit dem Bereitstellungsentgelt und gegebenenfalls der Routermiete.
Günstiger wird der Anschluss gegebenenfalls durch einen eigenen Router und eine Laufzeit, die optimal zum jeweiligen Haushalt passt. Bezahlt wird somit keine ungenutzte Telefon-Flat, sondern genau die Internetleitung, die der Haushalt auch tatsächlich täglich nutzt.

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