
Hüther: „Liebe ist DER Entwicklungshelfer per se“ (bei einem Auftritt im Mai 2019 in Landau).
Foto: Pfalz-Express/Ahme
Berlin – Der Hirnforscher Gerald Hüther erwartet nach der Coronakrise einen „gesellschaftlichen Aufbruch“. Die Gesellschaft könne durch die Pandemie nachhaltig verändert werden, sagte Hüther den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Diese Veränderungen halte er für durchaus positiv. „Sicher kehrt ein Großteil der Gesellschaft wieder zurück zu ihrem Leben vor der Coronakrise, aber die Anzahl der Menschen, die ihr Leben künftig nicht mehr so weiterführen wollen, ist gewachsen.“ Reichtum, Ansehen und Macht seien im Lichte der Corona-Pandemie nutzlos.
So erlebten zum Beispiel Eltern, die ihre Kinder sonst nur in die Kita gebracht hätten, ihre Kinder neu. „Es kann sein, dass sich Eltern neu in ihre Kinder verliebt haben. Wenn das passiert ist, können die nicht zurück und den ganzen Tag weg sein und ihr Kind fremd betreuen lassen.“
Auch dass sich das Wertesystem der Deutschen ändere, hält der Hirnforscher für möglich. „Ich schätze zwei Drittel der Be völkerung kehrt genauso wie vorher in den Alltag zurück.“ Viele warteten nur darauf, dass alles so werde wie vorher. „Aber ein Drittel der Bevölkerung wird nach Corona etwas ändern wollen.“
Und dieses Drittel werde sich bemerkbar machen, sagte der Hirnforscher. Am interessantesten an der Corona-Problematik sei, dass Menschen aus ihren üblichen Mustern und Abläufen herausgeworfen würden. „Die meisten haben bestimmte Pflichten, Regeln und Denkmuster, der ganze Tag ist durchfunktionalisiert“, sagte Hüther. Mit der Coronakrise seien diese größtenteils weggebrochen. (dts Nachrichtenagentur)

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