
Symbolbild: dts Nachrichtenagentur
Berlin – Ein Verein, der durch die Ermittlungen rund um ein mögliches rechtsextremes Netzwerk mit Mitgliedern aus Bundeswehr und Polizei aufgefallen ist, arbeitet laut eines Zeitungsberichts am Aufbau eines bewaffneten Kommandos.
Wie die „taz“ in ihrer Samstagausgabe schreibt, hat mindestens eine Übung einer Einheit namens „Defence“ stattgefunden, bei der Vereinsmitglieder mit Waffen trainierten. Während eines als Ersthelfer-Training angemeldeten Workshops des Vereins Ende Juni 2018 führte demnach eine Gruppe von Männern in einem entlegenen Teil des Trainingsgeländes separate Kampftrainings durch. Die Teilnehmer haben dabei mit Gewehren geübt, die sie auch nach Ende der Ausbildungseinheit bei sich trugen.
Der Verein teilte auf Anfrage mit, bei dem „Defence“-Training habe es sich um ein Selbstverteidigungstraining gehandelt, bei dem auch an Waffen geübt wurde. Dabei soll es sich allerdings um Attrappen gehandelt haben. Der Betreiber des Trainingsgeländes in Mosbach wandte sich im Nachgang des Trainings in einem Brief an das baden-württembergische Innenministerium und untersagte dem Verein, das Trainingsgelände weiter zu nutzen.
Das Training war von einem ehemaligen Soldaten des Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr (KSK) angeleitet worden. Dieser ist laut Vereinsregister stellvertretender Vorsitzender und hat unter seinem Pseudonym Hannibal die sogenannten Prepper-Chat-Gruppen administriert. Darin bereiteten sich Menschen auf den „Tag X“ vor.
Laut Bericht der „taz“ gibt es personell und strukturell große Überschneidungen zwischen Chatgruppen und dem Verein. In beidem sind sowohl KSK-Soldaten als auch Polizisten. In einer dieser Chat-Gruppen war Franco A. Mitglied, den der Generalbundesanwalt wegen „Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“ angeklagt hat. Gegen zwei Mitglieder einer Chatgruppe aus Mecklenburg-Vorpommern wird noch ermittelt.
Mehrere eingetragene Vorstandsmitglieder distanzieren sich mittlerweile von dem Stuttgarter Verein. Ein stellvertretender Vorsitzender sagte der „taz“, er sei bereits Anfang 2017 zurück- und aus dem Verein ausgetreten. „Ich durchschaue das nicht mehr“, sagte der Mann, der anonym bleiben möchte. „Ich will nicht dafür haftbar gemacht werden.“ Der Verein wollte auf Anfrage der „taz“ nicht mitteilen, wer aktuell im Vorstand ist. (dts Nachrichtenagentur)
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