London – Der Chefredakteur des „Guardian“, Alan Rusbridger, hat sich im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zum Druck geäußert, den die britische Regierung auf seine Zeitung ausübt.
Der „Guardian“ hat ein Foto eines Notebooks veröffentlicht, das Mitarbeiter auf Geheiß der britischen Regierung unbrauchbar machen mussten.
„Ich glaube, es gab Lager in Whitehall und Westminister, die sehr aggressiv gegen den `Guardian` vorgehen wollten, und andere, die zurückhaltender sein wollten. Letztlich haben sich die aggressiveren Stimmen durchgesetzt“, sagte Rusbridger. „Sie haben ausdrücklich mit gerichtlichen Schritten gedroht. Aber es muss auch einige feinsinnigere Menschen gegeben haben, die darauf hingewiesen haben, dass das nicht sehr wirksam sein würde.“
Zu der Zerstörung von Festplatten, auf denen sich Material des Whisteblowers Edward Snowden befunden haben soll, sagte Rusbridger auf die Frage der, ob dies nicht bloß ein symbolischer Akt gewesen sei, da andere Kopien des Materials existierten: „Es ist nicht an mir, über die Beweggründe der britischen Behörden zu spekulieren.“ Gleichwohl habe er die Beamten eingeladen, der Zerstörung beizuwohnen: „Weil die Deaktivierung eines Computers technische Kompetenzen erfordert, um zu verhindern, dass die Daten gelesen werden können. Es bestand ein gegenseitiges Interesse sicherzustellen, dass die Geräte sauber waren und es nicht zu einer versehentlichen Freigabe des Materials komme.“
Gefragt nach den Konsequenzen, sagte Rusbridger: „Wir berichten einfach weiter. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand in Amerika gegen den `Guardian` vorgehen wird. Der amerikanische Justizminister hat gesagt, er werde nicht gegen Journalisten vorgehen, die Journalismus betrieben. Ich will nicht selbstgefällig sein, aber es beruhigt mich mehr, aus Amerika zu berichten, als aus dem Vereinigten Königreich.“ (dts Nachrichtenagentur)
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