Berlin – Die Bundesvorsitzende der Grünen, Claudia Roth, beruft sich bei der Verteidigung der Pläne ihrer Partei, die Steuern für Spitzenverdiener deutlich zu erhöhen und untere Einkommen zu entlasten auf Papst Franziskus.
„Wir Grüne wissen, dass es uns selbst besser geht, wenn es auch unseren Nachbarn gut geht. Ich vertraue auf das solidarische Denken unserer Wähler. Da haben wir sogar Papst Franziskus als Fürsprecher.“ Sie sei davon überzeugt, „dass es den grünen Wählern nicht um ihren größten persönlichen Eigennutz geht. Da unterscheiden wir uns von der FDP und ihrer Klientel.“
Vom neuen Papst zeigte sich Claudia Roth, die vor Jahren aus der katholischen Kirche ausgetreten ist, sehr angetan. „Mir gefällt sehr, wie Franziskus Solidarität anmahnt. Seine Argumente sind auch meine. Als Kind bin ich mit meiner Großmutter oft im Franziskanerkloster gewesen. Da ist viel hängengeblieben von Franz von Assisi, von seinem Sonnengesang, von der Verantwortung gegenüber anderen Menschen und der Natur. Eigentlich könnte der neue Papst sogar Ehrenmitglied von Attac sein.“
In der globalen Gerechtigkeitsfrage, der Flüchtlingspolitik und der Bewahrung der Schöpfung sei die katholische Kirche unter Franziskus tatsächlich „ein Bündnispartner“ für sie.
Bei den Steuerplänen der Grünen, so Roth weiter, gehe es um „moderate Erhöhungen für die zehn Prozent der Bevölkerung mit hohen Einkommen und großen Vermögen. 90 Prozent der Bürger werden von unseren Plänen nicht nur nicht getroffen, sondern sogar entlastet.“
Sie sei stolz darauf, „dass wir Grünen eine gesellschaftliche Debatte über Gerechtigkeit angezettelt haben. Endlich sprechen wir darüber, dass Frau Merkel mit einem weiteren Anhäufen von 500 Milliarden Euro Schulden den nachfolgenden Generationen die Luft abschnürt. Deshalb brauchen wir eine Vermögensabgabe, um den Haushalt zu konsolidieren. Betroffen wäre hiervon das reichste Hundertstel der Bevölkerung. Wir brauchen den handlungsfähigen Staat. Unsere Wähler wollen, dass die Gesellschaft zusammenhält.“
Zu ihrem persönlichen Glauben sagte Roth: „Ich bin auf der Suche. Doch es fällt mir leichter, an die Menschenrechte und unser Grundgesetz zu glauben als an Himmel und Hölle.“ (dts Nachrichtenagentur)

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