
Katrin Göring-Eckhardt und Grünen-Haushälter Dr. Tobias Lindner vor der Wahl in Landau in Rheinland-Pfalz.
Fotos: Ahme
Berlin – Grünen-Unterhändlerin Katrin Göring-Eckardt sendet vor ersten Sondierungsgesprächen mit der Union Signale der Annäherung.
„Wir sagen nicht von vornherein, das wird prinzipiell nichts mit der Union“, sagte Göring-Eckardt. „Wir gehen ernsthaft in Gespräche.“ Als Hauptbedingung der Grünen für eine Regierungszusammenarbeit mit der Union nannte Göring-Eckardt einen ehrgeizigen Klimaschutz. „Die ökologische Modernisierung ist unser Kernpunkt“, sagte die 47-jährige Spitzenkandidatin aus dem missglückten Grünen-Wahlkampf.
Zugleich signalisierte sie Bereitschaft, Abstriche bei den Steuererhöhungsplänen ihrer Partei zu machen. „Ich höre mir Gegenvorschläge an, aber ich bin nicht bereit, notwendige Investitionen mit neuen Schulden zu finanzieren“, sagte sie. „Wenn es jetzt ganz viele andere Ideen gibt, woher das Geld für Zukunftsinvestitionen und Schuldenabbau kommt, bin ich gerne bereit, darüber zu reden.“
Vertreter von CDU, CSU und Grünen treffen sich Ende nächster Woche zu Sondierungsgesprächen über die Chancen für eine erste schwarz-grüne Koalition auf Bundesebene. „Ich bin aber sehr skeptisch, ob wir inhaltlich tatsächlich zusammenkommen“, sagte Göring-Eckardt.
Die Kandidatin für den Vorsitz der Grünen-Bundestagsfraktion räumte ein, die Grünen hätten mit ihren Plänen für zahlreiche Steuer- und Abgabenerhöhungen überzogen. „Vielleicht haben wir in unserem Wahlprogramm insgesamt zu viel auf einmal gewollt und alles aufeinandergeschichtet“, sagte sie. „Wenn man zu viel will, hat man am Ende gar nichts.“
Göring-Eckardt kündigte eine Öffnung der Grünen für andere Parteien neben der SPD an. „Wir müssen die ökologische Modernisierung wieder in den Mittelpunkt stellen. Wir müssen wieder anschlussfähig werden an die Mitte der Gesellschaft, ebenso an die Wirtschaft und an Künstler und Intellektuelle in der Republik. Das sind Kräfte, die wir wieder bündeln müssen müssen. Und ich glaube, dass ich das als Fraktionsvorsitzende gut kann.“
Sie warnte die Grünen davor, sich auf die ! Oppositi onsrolle festzulegen. „Wenn man zu lange nur mit sich selber beschäftigt ist, wird man nach außen zu wenig handlungsfähig. Und darum muss es in jedem Fall gehen.“ (dts Nachrichtenagentur)

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