
Foto (Archiv): Pfalz-Express
Germersheim – Ungewohnte Klänge schallen derzeit um die Mittagszeit über den südwestlichen Teil von Germersheim.
Ein Muezzin-Ruf, abwechselnd von der Ditib-Moschee und der Islamgemeinschaft Millî Görüş über Lautsprecher an die Gläubigen gerichtet, ruft zum gemeinsamen Gebet auf. Wegen der Corona-Maßnahmen sind die Moscheen (wie auch die Kirchen) derzeit geschlossen.
Es gehe mit dem Ruf um die Gemeinschaft, um den Zusammenhalt, auch wenn man sich derzeit physisch nicht treffen könne, sagte der Germersheimer Ditib-Vorsitzende Hayrettin Günes dem Pfalz-Express.
Der Integrationsbeirat hatte sich mit der Bitte um einen Muezzin-Ruf an den Germersheimer Bürgermeister Marcus Schaile (CDU) gewandt, der der Anfrage entsprach und den Ruf bis zum 19. April genehmigt hat. Bis dahin gelten auch die allgemeinen Corona-Maßnahmen. Wie es generell weitergeht, will die Bundesregierung dann prüfen.
Auch der Muezzin-Ruf würde nur wegen Corona derzeit verbreitet, betont Günes. Der Ruf dauert etwa drei Minuten und erklingt um 13.30 Uhr. „Nicht so früh am Morgen,“, sagt Günes, „wir wollen ja niemanden möglicherweise im Schlaf stören.“ Am Dienstag sei die Anlage ein wenig laut gewesen, das habe man nun geändert. Sobald die Moschee wieder öffnet, werde der öffentliche Ruf wieder eingestellt.
Auch in anderen Städten und Gemeinden dürfen Moschee-Gemeinden den Muezzin derzeit laut zum Gebet rufen lassen. Die AfD hat zwischenzeitlich Bürgermeister Schaile aufgefordert, den Gebetsruf zu untersagen. (cli)
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