
Das Interesse an der Infoveranstaltung war groß.
Quelle: BIGG
Neustadt-Geinsheim. Über 140 Bewohner aus Neustadt und benachbarten Gemeinden nutzen am Samstag die Gelegenheit, sich vor Ort über die geplante Geothermieanlage und Lithiumfabrik zwischen Geinsheim und Fronmühle zu informieren.
Eingeladen hatte die Bürgerinitiative gegen tiefe Geothermie in Geinsheim, die das Gelände von 80.000 qm mit Flatterband abgesteckt hatte. Ariane Stachowsky vom Vorstand der Bürgerinitiative informierte über die Risiken, den Flächenverbrauch und die Auswirkungen der geplanten Industrieanlage auf die Naturschutzgebiete.
In der Diskussion mit den Besuchern standen die Themen Lärmbelästigung und die Gefährdung des Grundwassers in unmittelbarer Nähe des Wasserschutzgebietes Benzenloch im Mittelpunkt. Die Aussage von Vertretern mehrerer Ortbeiräte sowie der Naturschutzverbände, man verhalte sich neutral, stieß bei den Besuchern auf breites Unverständnis.
Nötig sei eine klare Positionierung der politischen Verantwortlichen, so mehrere Teilnehmer. Bei Erbsensuppe, Kaffee und Kuchen bestand noch lange Gelegenheit zur Information und zum Meinungsaustausch.
Die Online-Petition der Bürgerinitiative zur Verhinderung der Geothermieanlage hat inzwischen 700 Unterschriften, allein nach der Veranstaltung kamen 100 neue dazu.
Weitere Informationen unter www.big-geinsheim.de
Hintergrund
Die Firma Vulcan Energy Resources plant den Bau von 5 bis 6 Tiefengeothermie-Kraftwerken rund um die Gemarkungen Neustadt und Hassloch. Die Industrieanlage in Geinsheim soll 80.000m² groß werden und umfasst die Tiefenbohrung und eine Lithiumextraktionsanlage.
Von den umliegenden Kraftwerken soll das Tiefenwasser über Pipelines zum zentralen Kraftwerk in Geinsheim fließen, um hier Lithiumchlorid zu extrahieren.
Die Bürgerinitiative gegen tiefe Geothermie in Geinsheim (BIGG) sieht die Gefahr von induzierten Erdbeben, das Risiko der Grundwasserverunreinigung und -absenkung, der Lärm-, Luft- und Lichtemissionen, der Gefährdung der Natur-, Wasser- und Vogelschutzgebiete und der Trinkwassergewinnung Benzenloch sowie der Auswirkungen auf das Mikroklima und der Biodiversität.
Befürchtet wird eine „weitreichende Veränderung der Region“.
Am 25. Februar veranstaltete die Bürgerinitiative in Geinsheim eine Informationsveranstaltung dazu.

Quelle: BIGG

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