Sonntag, 28. November 2021

Finanzen: Früh übt sich, wer gut versorgt sein will

22. Oktober 2021 | Kategorie: Finanzen, Ratgeber, Vermischtes

Foto: (c) Lars Peter Ehrich

Einen Handyvertrag abschließen? Das kriegen Jugendliche natürlich hin. Auch wie ein Konto eröffnet wird, dürfte vielen noch geläufig sein. Aber wie steht es um Versicherungen, Altersvorsorge oder die Geldanlage? Hier ist der Nachholbedarf groß. Und die Wissenslücken wachsen weiter.

Das geht aus dem Jugend-Finanzmonitor 2021 hervor, erstellt vom Meinungsforschungsinstitut Forsa. Eine Kernaussage: „Ich würde mir wünschen, dass alles, was mit den Themen Geld und Finanzen zu tun hat, bereits in der Schule ausführlich vermittelt würde.“ Satte 92 Prozent der gut 1000 Befragten im Alter zwischen 16 und 25 Jahren stimmten zu.

Dazu passt, dass der Anteil der Jugendlichen beständig zunimmt, die sich über Finanzthemen nicht gut informiert fühlen. Besonders schlecht sieht es aus bei den Möglichkeiten der Geldanlage, Versicherungen und Krediten. Nicht abgefragt wurde die Einstellung zu einem Thema, das auch manche Jugendliche inzwischen für sich entdeckt haben: Sie hoffen auf Gewinne durch ein Engagement in Kryptowährungen.

Wo bleibt das passende Schulfach?

In der Schule soll für das Leben gelernt werden, heißt es. Vieles spricht also für ein Schulfach, das Jugendliche in wirtschaftliche Zusammenhänge einführt und sie zumindest grundlegend befähigt, sich mit ihren persönlichen Finanzen zu befassen. Denn je früher sie damit anfangen, desto besser – und einträglicher – ist es. Für viele allerdings ist der einzige Kontakt mit der Finanzwelt in der Zeit des Heranwachsens das Sparbuch. Und dieses ist in einer Phase niedrigster oder nicht vorhandener Zinsen als Geldanlage denkbar ungeeignet.

Anlegen mit langem Zeithorizont

Besser kennen sich die etwas älteren Jahrgänge der Generationen Y und Z (Geburtsjahre 2003 bis 1980) aus, mit denen sich eine YouGov-Umfrage für den Finanzdienstleister tecis befasst hat. Sie legen Wert auf die Vorsorge und setzen dabei auch auf Aktien und Fonds – mit steigender Tendenz. Ein guter Ansatz: Wer in jungen Jahren bereits an der Börse einsteigt, hat einen langen Zeithorizont für sein Investment. Und die vergangenen Jahrzehnte haben gezeigt, dass Aktienkurse auf lange Sicht steigen, unabhängig von temporären Rücksetzern. Wie viel Risiko man einzugehen bereit ist, muss jeder für sich selbst festlegen.

Persönliche Beratung bevorzugt

Doch das sollte man möglichst nicht allein versuchen: Aus der Vielzahl der Angebote und Möglichkeiten das individuell Passende auszuwählen, ist schwierig. Das gilt erst recht, wenn Interessenten versuchen, sich selbst über das Internet auf dem Markt zurechtzufinden. So ist ein anderes Umfrage-Ergebnis kein Wunder: Mehr als 80 Prozent wünschen sich eine umfassende Beratung, mit der die finanzielle Situation als Ganzes in den Blick genommen wird.

Die Mehrheit greift auf eine Betreuung durch Finanzberater wie tecis zurück. Denn kein digitales Format kann die persönliche Beratung ersetzen, in der die individuellen Bedürfnisse von allen Seiten beleuchtet werden – erst recht dann nicht, wenn beispielsweise Fragen der Altersvorsorge im Mittelpunkt stehen. Dabei handelt es sich um komplexe Themen, so dass nur ein kleiner Teil der Befragten in Erwägung zieht, auf rein digitalem Weg ein Produkt auszuwählen. Es geht schließlich um Entscheidungen mit Auswirkungen auf das ganze Leben. Dafür braucht es Vertrauen, das anscheinend nur im persönlichen Kontakt entstehen kann, wie die Umfrage zeigt. (sl)

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