Donnerstag, 23. September 2021

FDP kritisiert „Entmachtung“ der Stiko

AfD: Kein Impfzwang bei Erwachsenen und Kindern

2. August 2021 | Kategorie: Allgemein, Politik

Symbolbild: Rolf H. Epple/Pfalz-Express

Berlin – Die FDP-Bundestagsfraktion hat den Vorschlag des Gesundheitsministeriums kritisiert, Jugendlichen ab zwölf Jahren ohne Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) bundesweit ein Impfangebot zu unterbreiten.

„Wenn die Gesundheitsminister die Impf-Empfehlung an der Stiko vorbei ändern, kommt das einer Entmachtung gleich“, sagte Andrew Ullmann, Obmann der FDP im Gesundheitsausschuss, dem „Tagesspiegel“.

Ullmann, der auch Universitätsprofessor für Infektiologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg ist, forderte eine stärkere Einbindung des Parlaments. „Wir sollten jetzt zu einer Sondersitzung des Bundestags zusammenkommen, um über Maßnahmen zu diskutieren, um die vierte Welle einzudämmen.“

Den Ruf nach einer Sondersitzung unterstützen auch die Grünen. „Es kann nicht sein, dass wir uns mit Wahlkampf aufhalten, während die vierte Welle anrollt“, sagte Janosch Dahmen, für die Grünen im Gesundheitsausschuss, dem „Tagesspiegel“.

Es räche sich nun, dass es in Deutschland keine Public-Health-Institution gebe, die auch die epidemiologischen Folgen einer Empfehlung in den Blick nehme. Dahmen forderte die Stiko auf, angesichts der steigenden Datenmenge, ihre Empfehlung für die Impfung von Kindern noch einmal zu überprüfen.

„Es wäre töricht, wenn man damit nochmal acht Wochen wartet.“ SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach begrüßte dagegen den Vorschlag aus dem Bundesgesundheitsministerium. „Das Risiko für erkrankte Kinder durch eine Corona-Infektion mit der Delta-Variante an Long-Covid zu leiden, liegt mit zwei bis sieben Prozent deutlich höher als an den Nebenwirkungen einer Impfung zu erkranken“, sagte Lauterbach der Zeitung.

Er berief sich dabei auf Studien aus England und den USA. Eltern würden die Delta-Variante fälschlicherweise unterschätzen. „Wenn wir Kinder nicht impfen, wird sich der größte Teil mit Corona infizieren. Die Delta-Variante ist so ansteckend wie Windpocken“, warnte Lauterbach.

„Angesichts der Datenlage, die eine extreme Seltenheit von schweren Corona-Verläufen bei Kindern belegt, ist die Argumentation der Stiko sehr nachvollziehbar.

Umso mehr wird eine Corona-Kernforderung der AfD bestätigt: Es darf keinen direkten oder indirekten Zwang bei einer Corona-Impfungen geben – weder bei Kindern, noch bei Erwachsenen. Ob sich jemand impfen lässt, muss eine private Entscheidung sein.

Die Bürger müssen selbst entscheiden können, ob sie die Risiken oder den Nutzen einer Impfung im konkreten Einzelfall höher bewerten“, so das Statement der AfD. (dts Nachrichtenagentur/red) 

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