Mainz – „Rheinland-Pfalz ist beim Hochwasser einigermaßen glimpflich davon gekommen. Die Situation an unseren Flüssen ist nicht eskaliert und entspannt sich seit heute morgen. Dazu haben unsere Hochwasserschutzmaßnahmen der vergangenen Jahre entscheidend beigetragen.“
Dies sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer nach der Kabinettsitzung, in der die Hochwassersituation kurzfristig auf die Tagesordnung genommen wurde. Die beiden zuständigen Minister, Innenminister Roger Lewentz und Umweltministerin Ulrike Höfken – beide waren in den vergangenen Tagen in den Hochwasserregionen unterwegs – haben eine aktuelle Einschätzung gegeben.
Aktuell waren in Rheinland-Pfalz vor allem das Mittelrheintal und am Oberrhein schwerpunktmäßig der Landkreis Germersheim vom Hochwasser betroffen. Am Oberrhein war und ist die Bevölkerung grundsätzlich hinter den Deichen geschützt. Die Wasser- und Feuerwehren konzentrieren sich dort auf die Deichüberwachung, Deichsicherung und Deichverteidigung.
Der für den Pegel Maxau am Sonntag prognostizierte maximale Wasserstand von 9 Metern wurde durch das Fluten von Poldern in Frankreich und Baden Württemberg nicht erreicht. Die Hochwasserwelle am Mittelrhein wird eine Vielzahl von Bürgerinnen und Bürger betreffen, in deren Häuser die Keller und Erdgeschosse volllaufen. Damit die Überflutungen im Mittelrheintal abgemildert werden, wurde der Polder in Ingelheim heute Morgen gegen 4:30 Uhr geflutet. Nach den uns zurzeit vorliegenden Informationen ist die Flutung gut verlaufen.
Die Hilfs- und Aufräumarbeiten liefen vor allem im Rahmen der Selbst- und Nachbarschaftshilfe besonnen, gelassen und routiniert ab und würden gegebenenfalls durch die Feuerwehr, die Sanitätsorganisationen und das Technische Hilfswerk ergänzt. „Den vielen Helferinnen und Helfern von Feuerwehren, Sanitätsorganisationen, Technischem Hilfswerk und sonstigen Organisationen gebührt unser großer Dank“, sagte die Ministerpräsidentin. „Wir danken auch den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern dieser Ehrenamtlichen, denn ohne die Freistellungen von der Arbeit wäre dieser Einsatz nicht leistbar.“
Innenminister Roger Lewentz hat sich heute Vormittag in St. Goarshausen ein Bild von der Lage gemacht. Lewentz: „Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sind sehr engagiert und erledigen ihre Aufgaben wie immer routiniert.“
Umweltministerin Ulrike Höfken hatte sich in Bacharach, Oberwesel, St. Goar und Boppard informiert und dort gut vorbereitete Einsatzkräfte angetroffen. Hier habe sich der verbesserte Hochwassermeldedienst ausgezahlt.
Ministerpräsidentin Dreyer sagte, dass in Rheinland-Pfalz bisher rund 900 Millionen Euro für den Hochwasserschutz aufgewendet worden seien. Neben dem technischen Schutz durch den Bau von Poldern und Deichen sei vor allem in den natürlichen Wasserrückhalt durch Renaturierung von Bachläufen und in die Hochwasservorsorge investiert worden. (red)
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