Bonn – Der Drohbrief, mit dem SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück erpresst und zum Rückzug aufgefordert werden sollte, stammt nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Bonn von einem früheren Vorstandsmitglied der Deutschen Post.
Gegen den ehemaligen Manager ermitteln die Staatsanwälte deshalb wegen des Verdachts auf versuchte Nötigung. In einem anonymen Brief, der am 30. August verschickt worden war, hatte der Mann den SPD-Kanzlerkandidaten zum Rückzug aufgefordert und anderenfalls mit Enthüllungen über eine angeblich von Steinbrück Ende der Neunzigerjahre schwarz beschäftigte Haushaltshilfe gedroht. Der Brief war an Gertrud Steinbrück, die Ehefrau des Kandidaten, adressiert.
Die Steinbrücks hatten die Ermittlungsbehörden eingeschaltet und den Anschuldigungen vehement widersprochen. Der Fall war vor einer Woche publik geworden. Der Erpresser soll gegenüber der Bonner Staatsanwaltschaft erklärt haben, er habe sich vor allem über Äußerungen von Steinbrück über die Ausbeutung von Geringverdienern geärgert. Aus diesem Grund habe er dann den Brief geschrieben.
Die betroffene Haushaltshilfe hatte Ende der Neunzigerjahre kurze Zeit im Haus der Mutter von Gertrud Steinbrück gearbeitet und soll dann aus persönlichen Gründen ein festes Arbeitsverhältnis abgelehnt haben, woraufhin man sich getrennt habe. Sie arbeitet heute als Haushaltshilfe unter anderem bei dem mutmaßlichen Erpresser. (red/dts Nachrichtenagentur)
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