Brüssel – Die EU könnte künftig nicht nur Flüchtlinge aus der Türkei, sondern auch dem Libanon und Jordanien aufnehmen.
Hochrangige Regierungsvertreter der Mitgliedstaaten wollen bereits an diesem Freitag in Brüssel über die Pläne beraten, berichtet die „Welt“ unter Berufung auf hochrangige Diplomaten in Brüssel.
Außerdem sollen die drei Länder stärker als bisher finanziell unterstützt werden, damit sie Flüchtlingen eine bessere Lebensperspektive anbieten können.
Bei den Verhandlungen in Brüssel soll sondiert werden, welche EU-Länder sich an den Umsiedlungen von Flüchtlingen beteiligen wollen. Am vergangenen Wochenende war bekannt geworden, dass sich eine Gruppe von EU-Staaten um Deutschland bereit erklärt hat, eine bisher noch unbekannte Zahl von Flüchtlingen aus der Türkei aufzunehmen, um das Land zu entlasten und legale Migration zu ermöglichen.
Außerdem wollen die Europäer Ankara zunächst drei Milliarden Euro an Flüchtlingshilfen bereit stellen. Wie weiter berichtet wird, haben in den vergangenen Tagen Regierungsvertreter aus Jordanien und Libanon in Brüssel mehr Unterstützung für ihre Länder angemahnt und dabei auf das Vorbild Türkei verwiesen.
Allein im Libanon leben nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) 1,15 Millionen registrierte Flüchtlinge, in Jordanien 650.000.
Die Dunkelziffer ist sogar weitaus höher. Der Chef des Auswärtigen Ausschusses des EU-Parlaments, Elmar Brok (CDU), unterstützt das Anliegen. Der CDU-Politiker sagte: „Wir müssen Jordanien und Libanon finanziell stärker unterstützen, damit die Flüchtlinge im Land bleiben und der Zufluss nach Europa begrenzt wird.
Die EU sollte allerdings auch bereit sein, auf kontrolliertem Wege Flüchtlinge aus Jordanien und dem Libanon aufzunehmen, falls dort eine Überlastung droht.“ Nach Angaben Broks hat der türkische Europaminister Volkan Bozkir ihm am Donnerstag in Brüssel zugesagt, dass die Türkei „umgehend rund 100 .000 syrische Flüchtlinge in vom Islamischen Staat (IS) befreite Geb iete in Syrien zurückschicken will“. Die Gebiete liegen westlich des Grenzflusses Tigris. (dts Nachrichtenagentur)

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