
Stellten das diesjährige Programm der Frauenwochen vor (von links oben nach rechts unten): Sandra Hubert (VG Landau-Land), Silke Mathes (Pfalzklinikum für Psychiatrie und Neurologie), Heide Gieseke (Universität Koblenz-Landau), Evi Julier (Stadt Landau), Barbara Dees (Kreisverwaltung SÜW), Silvia Städtler-Kern (Pfalzklinikum), Jutta Rink (VG Annweiler), Marita Rothmann (VG Bad Bergzabern) und Landrat Dietmar Seefeldt.
Foto: kv-süw
SÜW/Landau – Das Haus am Westbahnhof war bis auf die letzten Plätze besetzt. Über einhundert Frauen besuchten die Eröffnung der diesjährigen Frauenwochen „Brot und Rosen“.
Veranstaltet wurde das Event von den Gleichstellungsbeauftragten aus Landau, dem Kreis Südliche Weinstraße, den Verbandsgemeinden, der Universität Koblenz-Landau und dem Pfalzklinikum in Klingenmünster.
Das Frauenzentrum ARADIA verwöhnte mit einem reichhaltig genussvollen Frühstück. Als kulturellen Ohrenschmaus hatte Gudrun Heller (Gesang), begleitet von Verena Börsch am Klavier, eine ganz besondere Note zu bieten: Die einfühlsam interpretierten Lieder aus einem Liedzyklus von Manuel de Falla wurden alle 1912 komponiert – demselben Jahr, in dem auch das weltberühmte Lied der amerikanischen Textilarbeiterinnen entstand, als sie für mehr Lohn und bessere Lebensbedingungen für sich und ihre Familien kämpften.
Die Gleichstellungsbeauftragten verlasen am Ende der Veranstaltung unter großer Zustimmung eine Stellungnahme. Auch das Frauenzentrum ARADIA stellt sich hinter den Inhalt.
Darin heißt es:
„Innerhalb der Demonstrationszüge der AfD und rechter Gruppierungen, welche (…) in Kandel stattfanden, artikuliert sich auch ein so benanntes ‚Frauenbündnis‘.
Wir, die Gleichstellungsbeauftragten der Region und Veranstalterinnen von Brot und Rosen, distanzieren uns ausdrücklich von diesem sogenannten ‚Frauenbündnis‘. Wir sind erschüttert, dass ein vermeintliches ‚Frauenbündnis‘ den gewaltsamen Tod eines Kandeler Mädchens für dezidiert rechte politische Ziele missbraucht.
Es ist kein Bündnis für Frauen. Es ist eine perfide Art und Methode, offener Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Frauenfeindlichkeit einen Schafspelz überzuziehen. Hier wird nicht sexualisierte Gewalt angeprangert, hier wird ein existentielles Thema für fragwürdige politische Zwecke instrumentalisiert.
In dieser aufgeheizten Debatte geht es nicht darum, für das Thema Gewalt gegen Frauen zu sensibilisieren oder die Opfer von Gewalt zu schützen und weitere Übergriffe zu vermeiden. Nein.
Besorgte deutschen Männern schwingen sich zu vermeintlichen Frauenbeschützern auf, die „ihre“ – deutschen Frauen vor Übergriffen von Migranten beschützen wollen. Und leider lassen sich durch dieses ‚Frauenbündnis‘ auch Frauen vor diesen gefährlichen Karren spannen.
Hier entlarvt sich ein zutiefst patriarchales Frauenbild das in letzter Konsequenz der Gewalt gegen Frauen Vorschub leistet, weil vermieden wird, über die eigentlichen Gründe sexualisierter Gewalt zu reden und sie offen zu legen.
Gewalt gegen Frauen und sexualisierte Gewalt ist ein weltweites, strukturelles Phänomen, das keiner Ethnie, keiner Religion und keiner gesellschaftlichen Schicht alleinig als Schuldzuweisung zugesprochen werden kann.
Das zeigt unter anderem gerade die weltweite #metoo Debatte.
Wir brauchen eine gesellschaftliche Diskussion hierzu mehr denn je. Aber wir brauchen keine rechten Frauen (und Männer), die das Thema ‚Gewalt gegen Frauen‘ für ihre politische Meinungsmache benutzen.“

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