Karlsruhe – Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen der Entführung des Vietnamesen Xuan Thanh Trinh und seiner Begleiterin von der Staatsanwaltschaft Berlin übernommen.
Das teilte der Generalbundesanwalt am Donnerstag mit. Nach den bisherigen Erkenntnissen seien die beiden Personen am 23. Juli in Berlin auf offener Straße in einen Transporter gezerrt, in die vietnamesische Botschaft in Berlin und von dort aus nach Vietnam gebracht worden.
Die Bundesanwaltschaft ermittelt nach eigenen Angaben nun wegen des Verdachts der geheimdienstlichen Agententätigkeit und der Freiheitsberaubung.
Trinh wird in seinem Herkunftsland vorgeworfen, als Geschäftsführer eines Staatsunternehmens einen Geldbetrag in dreistelliger Millionenhöhe unterschlagen und sich anschließend ins Ausland abgesetzt zu haben.
Den deutschen Behörden wurde von der Sozialistischen Republik Vietnam ein Auslieferungsersuchen übermittelt, über das noch nicht entschieden worden war.
Von vietnamesischer Seite soll ein erhebliches Interesse an der Auslieferung von Trinh bestanden haben, so der Generalbundesanwalt.
Das Auslieferungsersuchen sei inzwischen zurückgenommen worden. Der mutmaßlich aus Berlin Entführte trat bereits wieder im vietnamesischen Staatsfernsehen VTV auf. Dort verlas er eine Erklärung, in der er davon sprach, dass er freiwillig nach Vietnam gereist sei und nicht entführt wurde.
„Ich bin zurück, um der Wahrheit ins Auge zu sehen. Und ich will hohe Führer treffen, um mich zu entschuldigen“, sagte er. (dts Nachrichtenagentur)
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