Donnerstag, 22. August 2019

Ein Herz für die Armen: Katholischer Arbeiterverein Bellheim feiert 125-jähriges Jubiläum

23. April 2016 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim
Gründer Prälat Johannes Storck  - Porträt des Bellheimer Künstlers Manfred Gaab. Bild: v. privat

Gründer Prälat Johannes Storck – Porträt des Bellheimer Künstlers Manfred Gaab.
Bild: v. privat

Bellheim – In diesem Jahr feiert der Katholische Arbeiterverein Bellheim, der mit zu den ältesten  Vereinen in Bellheim zählt,  sein 125jähriges Bestehen.

Gefeiert wird 4. Mai mit einem Festgottesdienst um 18 Uhr in der Pfarrkirche, den der Schirmherr, Weihbischof Otto Georgens, leiten wird.

Anschließenden gibt es einen Festakt im Pfarr- und Jugendheim St. Michael, mit Minister a.D. Dr. Heiner Geißler als Festredner.

Der Verein, der heute 332 Mitglieder zählt, verdankt dieses Jubiläum dem damaligen Pfarrer, Prälat Johan­nes Storck.

Er nämlich hat im November 1891 „aus Überzeugung von der Notwendigkeit, dem armen Arbeiter in Krankheit und Not zu Hilfe zu kommen und überzeugt von der Bedeutung und Nützlichkeit der Arbeiterunterstützungs­vereine“, den Grundstein für den Katholischen Arbeiterverein gelegt.

Dem er­sten Protokollbuch ist zu entnehmen, „dass sich am Sonntag, dem 15. November 1891 im Sitzungssaale des hiesigen Gemeindehauses 60 Arbeiter hiesigen Ortes vereinigt und einen Verein, mit dem Namen „Arbeiterunterstützungsverein“ gegründet haben.“

Erster Vorstand war Karl Schlindwein, der dieses Amt bis zum Jahre 1913 inne hatte. Seit 1980 fungiert  Alfred Gadinger als 1. Vorsitzender. Präses ist Pfarrer Thomas Buchert.

Das besondere Anliegen des Gründers, Prälat Storck, war es, sich um die arbeitenden Menschen und deren Familien zu kümmern, ihre Sorgen nicht nur kennen zu lernen, sondern auch dort zu helfen, wo dies nötig war.

Als ersten Beweis, wie ernst der Geistliche die Probleme der arbeitenden Bevöl­kerung nahm, errichtete er in den Jahren 1887 bis 1888 in Bellheim auf eigene Kosten 18 Arbeiterwohnungen.

Die Miete war mit 2 bis 2,50 Mark sehr gering und kam den sozial schwachen Familien zu Gute. Dass es dem Verein um eine gute Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern ernst war, ist aus einer Protokollniederschrift vom Januar 1903 zu ersehen.

Darin ist festgehalten, dass der Besitzer der damaligen Brauerei Silbernagel, Karl Silbernagel, zum Ehrenmitglied des Vereins gewählt wurde, da der Verein diesem Mann zu großem Dank schuldig sei.

Gleichzeitig, so die Aufzeichnungen, betrachteten es die Verantwortlichen als ihre vornehmste Aufgabe, durch Vorträge, Schulungs- und Unterrichtskurse, „dem arbeitenden Menschen geistiges Rüstzeug für die Auseinandersetzung mit Andersdenkenden an die Hand zu geben.“

Bei all der ernsten Arbeit wurde es nicht versäumt, durch gesellige Abende, durch Ausflüge und Theateraufführungen und Bunte Abende, sowie Tanz und Gesang, den Mitgliedern eine gesunde Lebensfreude zu vermitteln.

Heute bemüht sich der Jubilar nicht nur um einzelne Hilfesuchende, sondern nach wie vor darum, Angebote für die Gemeinschaft und die gesamte Familie, speziell auch für Senioren, zu unterbreiten.

So findet seit über 30 Jahren monatlich ein Seniorenstammtisch statt, der nach wie vor gerne angenommen wird.

Vorträge zu Themen wie Vorsorgevollmacht, Erbrecht, Pflegeversicherung, zu soziale Fragen und anderes mehr, werden ebenso angeboten wie Kochkurse für Männer und für Paare.

Tradition hat die jährliche Neujahrsbegegnung verbunden mit einem Gang zu den Feldkreuzen in der Gemarkung, die Radwallfahrt nach Waghäusel und die Radwanderung mit der ganzen Familie. Ebenso die Feier des „Tages der Arbeit“ am 1. Mai, eine Mehrtagesfahrt sowie  die Adventsfeier für Senioren.

Eine besondere Aufgabe sieht der Arbeiterverein bis heute in der Unterstützung der Anliegen der Pfarrgemeinde. S

o engagieren sich immer wieder Mitglieder freiwillig und ehrenamtlich bei den verschiedensten Begebenheiten und ersparen dadurch der Pfarrgemeinde ungemein viele Kosten.

Zuletzt waren dies zahlreiche freiwillige Arbeitseinsätze bei der Renovierung des Pfarrhauses und der Pfarrkirche St. Nikolaus.

Im Anschluss an den Festgottesdienst, der vom Kath. Kirchenchor St. Nikolaus mitgestaltet wird, findet um 19.30 Uhr im Pfarr- und Jugendheim St. Michael eine Feierstunde statt. (mg)

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