
Uli Hoeneß sollte den Jusos für den Wahlkampf dienen – das ging daneben.
Foto: dts Nachrichtenagentur
Berlin/München – In der Bundesliga wird die Wahlkampfaktion der Jungsozialisten gegen den Präsidenten des FC Bayern, Uli Hoeneß, scharf kritisiert.
Mit einer gegen Bayern-Präsident Uli Hoeneß gerichteten Postkarten-Aktion wollen die Jusos bei Fußballfans punkten. Vor allem an Fans von Borussia Dortmund und Schalke 04, die bekanntermaßen keine Freunde des FC Bayern sind, sollen bis zu 100.000 Karten verteilt werden. Diese zeigen Angela Merkel (CDU) beim Handschlag mit Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Mit Hinweis auf Hoeneß` Steuerprobleme steht auf der Karte: „Glückwunsch Uli! Wir Steuern das schon“.
Bayern-Dauerrivale Dortmund will nicht mitmachen und verweigert sich der Aktion: „Wir fühlen uns zur politischer Neutralität verpflichtet“, teilte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke mit.
Liga-Präsident Reinhard Rauball: „Als SPD-Mitglied distanziere ich mich von einer solchen Aktion nachdrücklich. Mögliches Fehlverhalten von Privatpersonen zu instrumentalisieren, bevor Gerichte rechtskräftig darüber befunden haben, verletzt elementare Grundsätze unseres Rechtsstaates. Dies ist auch nicht mit den Grundsätzen von Fairness im Sport in Einklang zu bringen.“
Rauball fügte hinzu, die Aktion werde der SPD eher schaden als nutzen. Ähnlich äußerte sich auch der Präsident von Hannover 96, Martin Kind: „Politik hat in den Stadien nichts zu suchen. Da geht es um Fußball. Und diese Spielregel sollten alle einhalten.“
CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe (52) forderte den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück dazu auf, die Aktion zu stoppen: „Erst nervt der SPD-Nachwuchs bei Merkel-Veranstaltungen. Jetzt geht er auch noch den Fußballfans auf den Zeiger. Fairplay sieht anders aus. Steinbrück sollte dieses schmutzige Spiel abpfeifen.“ (cli/dts Nachrichtenagentur)

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