Sonntag 6.September 2026

Dobrindt zu CSD-Anschlag in Berlin: Täter hatte langes Straftatenregister – Machete soll eingesetzt worden sein

26. Juli 2026 | Kategorie: Nachrichten

Alexander Dobrindt beim Pressestatement in Berlin einen Tag nach dem Anschlag.
Foto: über dts Nachrichtenagentur

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat nach der tödlichen Attacke auf Besucher des Christopher Street Day (CSD) weitere Details zum mutmaßlichen Täter bekannt gegeben.

Bei dem 21-jährigen Abdul B. handelt es sich um einen deutschen Staatsbürger mit libanesischem Familienhintergrund. Er wurde 2005 in Deutschland geboren, seine Mutter war bereits 2002 eingebürgert worden.

Nach Angaben Dobrindts war der Mann den Behörden bereits durch eine „Vielzahl von Straftaten“ bekannt. Zuletzt war er in Berlin zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Gegen diese Bewährungsentscheidung hatte die Staatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt.

Abdul B. war ein Programm zur Entradikalisierung auferlegt worden. Am Montag hätte er den dritten Gesprächstermin gehabt. Auch eine Gefährder-Ansprache der Polizei soll zuvor stattgefunden haben. 

Die Fahndung nach dem 21-Jährigen läuft weiter. Berichte über die Festnahme eines mutmaßlichen Beifahrers wurden zunächst nicht offiziell bestätigt. Fragen zum Ermittlungsstand waren bei Dobrindts Statement am Tatort nicht zugelassen.

Nach bisherigen Erkenntnissen soll Abdul B. am Samstag gegen 22 Uhr mit einem Kleintransporter in den Berliner Tiergarten gefahren sein, wo Teilnehmer des CSD feierten. Das Fahrzeug prallte schließlich gegen einen Baum, der Tatverdächtige flüchtete. Zudem sollen mehrere Menschen mit Stichwaffen verletzt worden sein. Dobrindt sagte, der Mann habe nach derzeitigen Erkenntnissen vermutlich eine Machete eingesetzt.

Nach aktuellem Stand wurden bei dem Anschlag 29 Menschen verletzt. Eine Frau kam ums Leben.

Warnung vor Nachahmern

Mit Blick auf weitere Veranstaltungen kündigte Dobrindt an, die Sicherheitsmaßnahmen bundesweit zu überprüfen. Die Länder seien bereits darauf hingewiesen worden, die Schutzkonzepte insbesondere für weitere CSD-Veranstaltungen zu überprüfen und bei Bedarf zu verschärfen.

Hintergrund sei, dass Nachahmungstaten nach terroristischen Anschlägen zwar nicht die Regel seien, aber nicht ausgeschlossen werden könnten. ( red/dts Nachrichtenagentur)

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