
Quelle: pixabay
Erste Treppenlift-Versionen gab es bereits vor einigen Hundert Jahren. Allerdings waren diese mit der heutigen Technik nicht zu vergleichen.
Zur Überwindung von Höhenunterschieden soll der englische König bereits im 16. Jahrhundert auf erste Entwicklungen eines Treppenlifts zurückgegriffen haben. Trotz seiner eingeschränkten Mobilität konnte er dadurch Treppenhindernisse überwinden.
Bei diesem ersten Treppenliftmodell handelte sich um einen Stuhl, der mit einem Seilzug kombiniert war. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde durch Jan Hamer die erste europäische Liftfabrik in Amsterdam eröffnet.
Bei den hergestellten Modellen handelte es sich um schlichte Holzkonstruktionen ohne jeglichen Komfort. Ebenso ließen Stabilität und Langlebigkeit zu wünschen übrig. Aufgrund der funktionalen Nutzungsmöglichkeiten fanden die Treppenlifte trotzdem immer mehr Käufer. Die Kostenhöhe schränkte den Käuferkreis jedoch stark ein.
Der erste Treppenschrägaufzug sorgte für eine große Nachfrage
Als neue technische Errungenschaft fand auf diesem Sektor der erste Treppenschrägaufzug große Beachtung. Ein in Amerika hergestellter Treppenlift verfügte erstmalig über einen Antrieb und wurde in den 1920er Jahren von der Inclinator Company vermarktet. Die Treppenlifte wurden damals vornehmlich bei Menschen mit Kinderlähmung eingesetzt.
Erst Anfang der 60er Jahre fanden die Treppenliftmodelle Beachtung in Europa. Durch einen Zufall wurde das niederländische Unternehmen Hamer auf das amerikanische Modell aufmerksam. Technische Weiterentwicklungen, steigende Verkaufszahlen und Einkommensverbesserungen in der breiten Bevölkerung führten zu einer großen Nachfrage.
Bewegung auf dem deutschen Markt
Der deutsche Markt wurde ab dem Ende der 70er Jahre durch Treppenliftmodelle bereichert. Unternehmen wie Handicare Treppenlifte spezialisierten sich und brachten beachtliche Liftprodukte auf den Markt. Eine Reihe technischer Verbesserungen führten zu multifunktionalen Nutzungsmöglichkeiten.
Durch das steigende Durchschnittslebensalter der Bevölkerung und eine Zunahme gehbehinderter Menschen erhielt der Treppensitzlift eine immer größere soziale Bedeutung. Hinzu kam, dass neben den Einkommensverbesserungen auch staatliche Leistungen eine Treppenliftbeschaffung erleichterte.
Dies gilt insbesondere für Menschen, bei denen eine Pflegestufe durch die Pflegekasse anerkannt wurde. Im Einzelfall können ebenso steuerliche Entlastungen infrage kommen. Durch innovative Technik konnten Sicherheit, Zuverlässigkeit und Komfort von Treppenliften auf ein hohes Niveau gebracht werden.
Je nach dem Grad der Gehbehinderung stehen betroffenen Menschen folgende Treppenlift-Typen zur Verfügung:
Treppensitzlift
Diese Liftart verfügt über eine feste oder hochklappbare Sitzfläche. Zur Sicherheit während des Liftbetriebs tragen mehrere Schutzvorrichtungen bei.
Plattformlift
Ein Plattformlift ermöglicht Rollstuhlnutzern einen eigenständigen Etagenwechsel. Für eine zuverlässige Sicherheit sorgen Klappschranken.
Rollstuhlhebebühne (Hublift)
Dieser Treppenlifttyp ermöglicht einen senkrechten Rollstuhltransport. Je nach den individuellen Gegebenheiten können mit einem Hublift mehrere Etagen überwunden werden. Ebenso kann damit ein barrierefreier Hauszugang geschaffen werfen.
Ein Treppenlift bietet Mobilität und Selbstständigkeit bis ins hohe Alter
Bewegungsfreiheit und Selbstbestimmung zählen zu den wichtigsten Bedürfnissen. Zur Lebensgestaltung in der eigenen Wohnung trägt die verbesserte Mobilität durch einen Treppenlift bei.
Damit können gehbehinderte Menschen gefahrlos, ohne große Kraftanstrengung oder Hilfsperson die Wohnetage wechseln. Dadurch werden ebenso pflegende Angehörige entlastet. Ein Wechsel in eine Pflegeeinrichtung kann durch einen Treppenlift oftmals vermieden werden. Ebenso sorgen Lifte in öffentlichen Gebäuden, gastronomischen Betrieben und Veranstaltungsgebäuden für eine Verbesserung der Lebensqualität gehbehinderter Menschen.
Dadurch werden auch Sturzgefahren reduziert. Treppenlifte von heute sind hochfunktional, sicher und komfortabel. Sie können neu oder gebraucht erworben oder gemietet werden. Für eine mögliche Bezuschussung durch die Pflegekasse ist dies unerheblich.
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