Mainz – Der DGB-Landesvorsitzende Dietmar Muscheid hat gefordert, „dem System Amazon“ einen Riegel vorzuschieben.
„Soziale Marktwirtschaft bedeutet nicht, Lücken der Arbeitsmarktgesetze für die Profitmaximierung zu missbrauchen. Sie bedeutet vor allem auch nicht, die Notsituation von Menschen schamlos auszunutzen“, sagte Muscheid in Mainz. Offenbar betreibe Amazon tatsächlich eine Art modernen Sklavenhandels.
Es sei gut, dass die ARD-Dokumentation „Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon“ öffentlich gemacht habe, welche Zustände bei dem Versandhändler herrschten. Amazon sei das Ergebnis falscher Arbeitsmarkt- und Europapolitik und Ausdruck eines offensichtlichen Sittenverfalls eines Teils der Wirtschaftselite. Die einseitige Austeritätspolitik habe dazu geführt, dass die Arbeitslosigkeit in vielen südlichen Ländern Europas massiv gestiegen sei. Die Menschen dort griffen inzwischen „nach jedem Strohhalm“. Zugleich habe die „Flexibilisierung“ des Arbeitsmarkts überbordende Leiharbeit, befristete Verträge und staatlich geförderte Praktika in Unternehmen überhaupt erst ermöglich. „Amazon ist letztlich das Resultat dieser Politik, kombiniert mit Managern, die es offenbar als Sport verstehen, Arbeitsmarktregeln zur Profitmaximierung zu missbrauchen.“
Die Arbeitsagenturen seien aufgefordert zu prüfen, ob Amazon geltende Regeln umgehe, sagte Muscheid weiter. Die Gewerkschaften kümmerten sich bereits vor Ort gezielt um die Arbeitnehmer. Einen kleinen Beitrag leiste auch die neue Beratungsstelle für Wanderarbeiter, die im DGB-Haus in Mainz eingerichtet worden sei.
Letztlich gehe es auch um den Schutz der rheinland-pfälzischen Wirtschaft. „Wir dürfen nicht zulassen, dass die, die sich an die Regeln halten, im Wettbewerb ins Hintertreffen geraten.“ (red)

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