Dienstag, 16. Juli 2019

DGB: Existenzsicherung für Frauen statt Minijobs und Niedriglöhne

7. März 2013 | noch keine Kommentare | Kategorie: Politik Rheinland-Pfalz

Der Landesvorsitzende des DGB Rheinland-Pfalz, Dietmar Muscheid. Foto: DGB

Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März fordert der Landesvorsitzende des DGB Rheinland-Pfalz, Dietmar Muscheid, die eigenständige Existenzsicherung von Frauen endlich durch effektive Maßnahmen voran zu treiben.

„Es ist an der Zeit, gleichstellungspolitisch aufzuholen, denn bei der Geschlechtergerechtigkeit hinkt Deutschland gegenüber anderen europäischen Ländern hinterher“, so Muscheid.

Die Entgeltdifferenz zwischen Männern und Frauen liegt europaweit bei 17 Prozent, in Deutschland bei 22 Prozent und in Rheinland-Pfalz bei 21,6 Prozent. Die Erwerbstätigkeit von Frauen ist zwar gestiegen, aber leider all zu oft geprägt durch unfreiwillige Teilzeitarbeit und geringfügige Beschäftigung.

Als Ursache für die großen Unterschiede in der Teilhabe von Männern und Frauen am Arbeitsmarkt sieht Muscheid die Minijobs. Insgesamt arbeiten in Rheinland-Pfalz 382.430 Menschen in Minijobs, davon sind 244.489 Frauen. „63,9 Prozent aller Minijobs in Rheinland-Pfalz werden von Frauen ausgeübt. Diese Jobs sind vor allem für Frauen prekär, weil hier bis zu 450 Euro im Monat verdient werden darf, ohne Steuern und Sozialabgaben zu zahlen. Das führt langfristig zur Altersarmut von Frauen. Hinzu kommt, dass sich Minijobs als berufliche Sackgasse erwiesen haben. Denn wer einmal in den Minijob eingestiegen ist, findet meist nicht mehr den Weg zurück in ein reguläres Beschäftigungsverhältnis. Dazu kommt die Gefahr, als sogenannte „Aushilfe“ verbriefter Arbeitnehmer-Rechte beraubt zu werden“, so Muscheid.

„Frauen, die in die Minijob-Falle geraten sind, verfügen weder über ein existenzsicherndes Einkommen noch haben sie Aussicht auf eine auskömmliche Rente. Sie brauchen dringend eigene Perspektiven, um auch langfristig auf eigenen Beinen stehen zu können“, bilanziert Muscheid und fordert, alle Arbeitsverhältnisse gleich zu behandeln und ab der ersten Arbeitsstunde sozial abzusichern.

„Ich rufe Bund und Länder auf, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen – damit Frauen über alle Lebensphasen hinweg eigenständig für ihre soziale Absicherung sorgen können“, so Muscheid zum Internationalen Frauentag 2013 abschließend.

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