Freitag, 18. Oktober 2019

Designierter Germersheimer AfD-Abgeordneter Joa kritisiert türkisch-islamische Moscheegemeinden DITIB – Zentralrat der Muslime verteidigt „Imam-Import“

27. April 2016 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Politik regional
Matthias Joa wurde in den rheinland-pfälzischen Landtag gewählt. Foto: AfD

Matthias Joa wurde in den rheinland-pfälzischen Landtag gewählt.
Foto: AfD

Kreis Germersheim/Mainz – Der rheinland-pfälzische AfD-Landesvorstand und designierte Landtagsabgeordnete Matthias Joa hat den Dachverband türkisch-islamischer Moscheegemeinden (DITIB) scharf kritisiert.

DITIB betreibt zahlreiche Moscheen in Deutschland.

Joa stößt sich unter anderem an der Praxis der Moscheen, nach der türkische Staatsbedienstete für jeweils fünf Jahre als Imame (Hodschas) nach Deutschland in die DITIB-Gemeinden entsandt werden.

Damit importiere die türkische Regierung ihre politisch-religiösen Vorstellungen direkt nach Deutschland, so Joa in einer Pressemeldung. Laut AfD handelt es sich insgesamt um etwa 970 Imame, die in Deutschland tätig sind.

Die Regierung in Ankara verfolge in Deutschland „religiöse und politische Ziele“, zitierte Joa einen Bericht der „Welt“, der sich auf ein wissenschaftliches Gutachten stütze.

Dabei gehe es nicht nur um Religion im engeren Sinne: „Die in Deutschland lebenden Menschen türkischer Herkunft gehören für Erdogan zum türkischen Staatsvolk.

Wenn Erdogan bei Wahlkampfauftritten in Deutschland darüber spricht, dass „der Glaube, die Religion alles ist“, und „von Deutschland aus die neue Türkei aufbauen will“, dann ist dies ein politischer Missbrauch der Religion und erschwert die Integration“, so Joa.

Besuch von Staatspräsident Erdogan in Karlsruhe im letzten Jahr. Foto: pfalz-express.de/Licht

Besuch von Staatspräsident Erdogan in Karlsruhe im letzten Jahr.
Foto: pfalz-express.de/Licht

Joa bezieht sich zudem auf Berichte des Verfassungsschutzes in Baden-Württemberg.

Dieser beobachte politische Einflussnahme und einen fundamentalistischen „Rollback“ bei vielen DITIB-Gemeinden. In Teilen der DITIB-Gemeinden gebe es darüber hinaus verfassungsfeindliche Einstellungen.

„Die Aktivitäten von DITIB stehen der Integration von türkischstämmigen Menschen im Wege und schüren islamistische Tendenzen“, sagt Joa.

Dem trete die AfD entschieden entgegen: „Auslandsfinanzierungen und politische Beeinflussung von Moscheegemeinden aus dem Ausland sind nach dem Vorbild Österreichs strikt zu unterbinden.“

Die Verfassungstreue von Predigern müsse sichergestellt sein, islamistische Moscheen müssten im Zweifelsfall geschlossen werden: „Es ist unser Ziel, dass in Moscheen in Deutschland nur ein Reform-Islam auf Deutsch gepredigt wird, der in jeder Hinsicht mit unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung übereinstimmt und die Verwurzelung Deutschlands in der christlich-abendländischen Kultur akzeptiert.“

Zentralrat der Muslime verteidigt Imame aus der Türkei

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) hatte unlängst eine Forderung der CSU zurückgewiesen, den sogenannten „Import“ von Imamen aus der Türkei zu stoppen. Der Zentralratsvorsitzende Aiman Mazyek findet, diese Forderung sei „verfassungswidrig, von Doppelmoral durchzogen und nicht zielführend, weil sie Fanatiker stärkt“.

Mazyek hält dagegen: „Die DITIB-Imame sind verfassungstreu, predigen einen gemäßigten Islam.“ Sie trügen so wesentlich zum „Bollwerk gegen Fanatiker und Radikale“ bei.

Würde man diese Imame jetzt alternativlos absetzen, würde das die Extremisten stärken, so der Zentralratsvorsitzende. Solche Forderungen diskreditieren nach den Worten von Mazyek die muslimischen Gemeinden. „Das stellt eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Religion dar.“

Schließlich gebe es Hunderte von Gemeinden anderer Religionsgemeinschaften in Deutschland, die selbstverständlich ausländische Priester und Rabbiner hätten.

Mazyek sagte, der Zentralrat der Muslime in Deutschland setze sich für die notwendige Optimierung der Imame ein, was Sprache und Ausbildung angehe. Das gehe aber nur mit den Verbänden zusammen. (red)

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