Berlin – Der Chef der Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere, Michael Thamm, hat mit großer Anspannung die Bergung der Costa Concordia verfolgt: „Das ist eine sehr emotionale Geschichte. In der Nacht vorher hatte ich kaum ein Auge zugemacht“, sagte der Deutsche der „Welt“.
Um so erleichterter habe er dann die erfolgreiche Aufrichtung vor Ort verfolgt. In den nächsten Tagen werde das Unternehmen Taucherteams losschicken, die die beiden noch vermissten Passagiere suchen sollen. „Der Kontakt zu den Familien ist sehr eng. Wir können ihnen die Angehörigen nicht zurückbringen. Wir können aber zeigen, dass wir Verantwortung übernehmen und versuchen so, ihren Schmerzen zu lindern“, sagte Thamm.
Im Januar 2012 waren bei der Havarie der Costa Concordia vor der italienischen Insel Giglio 32 Menschen ums Leben gekommen, 30 Leichen konnten im Anschluss geborgen werden, zwei blieben vermisst. Thamm hatte die Leitung der Costa-Gesellschaft drei Monate nach der Havarie der Costa Concordia übernommen. Die Kosten des Unfalls lassen sich ihm zufolge noch immer nicht genau beziffern. „Wir stehen bei 600 Millionen Euro. Da ist der heutige Parbuckling-Tag noch nicht drin. Es werden noch einige hundert Millionen Euro mehr werden.“
Die Kosten hingen auch davon ab, wo das Schiff ab dem Frühjahr 2014 verwertet werde – noch ist das nicht endgültig geklärt. Die Kreuzfahrtgesellschaft erwartet nun nach der erfolgreichen Aufrichtung einen „positiven Effekt“ für die Buchungen neuer Reisen. „Nach dem Unfall sind natürlich Fragen aufgetaucht. Wie zuverlässig, wie sicher ist Costa? Ein Erfolg an Tagen wie diesen, hilft zu demonstrieren und zu überzeugen, dass wir es ernst meinen und dass wir zuverlässig sind“, sagte Thamm. (dts Nachrichtenagentur)

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