
Foto: dts Nachrichtenagentur
Die Bundeswehr hat eine positive Bilanz des Einsatzes von Drohnen in Afghanistan gezogen.
„Es hat ganz hervorragend funktioniert“, sagte Brigadegeneral Peter Klement der „Welt“. „Der Auftrag war der Schutz der Truppe, durch Unterstützung in Gefechtssituationen oder das Aufspüren von Sprengfallen.“ Auch die abschreckende Wirkung sei nicht zu unterschätzen.
Die Heron-1-Drohnen hätten in elf Jahren und zwei Monaten über 50.000 Flugstunden in Afghanistan absolviert und rund 40.000 Stunden Echtzeit-Videomaterial geliefert, „auf dem wir mit hoher optischer Auflösung alle Bewegungen von feindlich gesinnten Kräften beobachten konnten“. Er wolle dieses System nicht mehr missen.
Klement, als General Fliegende Verbände im Luftwaffentruppenkommando für die Drohnen zuständig, hatte die letzten Verbände, die in Afghanistan stationiert waren, am Montag auf dem Fliegerhorst Jagel in Schleswig-Holstein im Rahmen eines Rückkehrappells willkommen geheißen. In über einem Jahrzehnt des Einsatzes hatte die Bundeswehr fünf Drohnen verloren, zwei durch Bedienfehler, drei durch Motorschäden. „Drei Triebwerkschäden in elf Jahren, das ist angesichts des Dauereinsatzes unter extremen Bedingungen wie Hitze und Staub eine ordentliche Bilanz“, sagte Klement.
Der Brigadegeneral sprach sich dafür aus, das leistungsfähigere Nachfolgemodell der Heron 1, die Heron TP, künftig zu bewaffnen. „Wenn Sie mich als Militär fragen, ist es natürlich immer zu bevorzugen, dass Sie beobachten und ohne Zeitverzug auch eingreifen können“, so Klement. Die Bundeswehr verfolge auch mit bewaffneten Drohnen einen „reaktiven Gedanken“, es gehe nicht um eine „proaktive Kampfhandlung“, sondern um den Schutz von Leib und Leben der Soldaten. Allerdings gelte auch bei Drohnen: „Das Militär hat sich der Politik unterzuordnen, deren Entscheidung auch kulturelle und moralische Dimensionen berücksichtigen muss. Je nachdem, wie die Entscheidung ausgeht, werden wir das akzeptieren und unsere Einsatzkonzepte anpassen.“ (dts Nachrichtenagentur)

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