Samstag 17.Oktober 2026

Bundestagsabgeordneter Bilic zur Stadtbild-Debatte: „Weder schönreden noch aufbauschen“

2. November 2025 | Kategorie: Südwestpfalz und Westpfalz

Florian Bilic, hier bei einer Rede im Plenum des Deutschen Bundestags.
Foto: F. Bilic

Pirmasens/Berlin. Die von Bundeskanzler Friedrich Merz kürzlich (14. Oktober) angestoßene, mittlerweile lebhaft und kontrovers geführte „Stadtbild-Debatte“ sei „richtig“, ist der Pirmasenser Bundestagsabgeordnete Florian Bilic (CDU) überzeugt.

Nachdem er „nochmal ganz bewusst durch Pirmasens gelaufen“ und sich seine Erlebnisse in den Straßen der ihm gut bekannten Städte Mannheim und Berlin vor Augen geführt habe, sei er zum Schluss gekommen, „es verändert sich etwas und wir sollten offen darüber sprechen können, ohne zu pauschalisieren.“

Menschen fühlen sich teilweise unsicher

„Ich schätze unsere Innenstädte und bin bekennender Heimatshopper“, schildert Florian Bilic (31). „Es ist für mich ein festes und sehr geschätztes Ritual mit meiner Familie am Samstagmorgen über die lokalen Wochenmärkte und durch die Läden zu schlendern.

Wir treffen dort Bekannte, bekommen leckere Produkte und ich erhalte als Politiker das ein oder andere meist ehrliche Feedback. Ich sehe aber auch zerschlagene Scheiben, Müll auf der Straße, verschmierte Wände, Hundekot und geschlossene Geschäfte. Ich erlebe in Berlin rechtsextreme, linksextreme oder islamistische Demos oder Äußerungen, die gegen alle Grundwerte dieses Landes verstoßen. Ich bekomme mit, dass Menschen sich teilweise unsicher fühlen.“

Es geht nicht um bestimmte Bevölkerungsgruppen

„Solche Beobachtungen sollte man weder schönreden noch aufbauschen“, schlägt der Bundestagsabgeordnete vor. „Es geht dabei nicht um bestimmte Bevölkerungsgruppen, sondern um das ‚Verhalten‘ jedes Einzelnen. Und zunächst tragen wir alle Verantwortung für das Miteinander im öffentlichen Raum.

Und sind wir ehrlich: Wer hat nicht schon einmal online eingekauft? Wem ist nicht auch schon etwas heruntergefallen und man hat es einfach liegen gelassen? Wer hat nicht schon einmal weggeschaut und sich später geärgert, nichts gesagt zu haben? Ein Anfang wäre, wenn jeder von uns im Alltag Courage zeigt.“

Städte sollten gestärkt und gepflegt werden

Natürlich wünsche er als Politiker, dass Verstöße gegen die Sauberkeit konsequenter geahndet werden, was in einer finanzschwachen Kommune aber nicht immer einfach sei. „Städte sollten gestärkt und gepflegt werden, Gefährder und Ausreisepflichtige konsequent abgeschoben werden. Gleichzeitig müssen wir allen Menschen die fester Bestandteil und Rückgrat unserer Gesellschaft sind, das Gefühl geben ein willkommener Teil davon zu sein.“

Es muss möglich sein solche Debatten zu führen

Es müsse möglich sein solche Debatten zu führen ohne dass jemand sofort in eine bestimmte Ecke gestellt wird, fordert Florian Bilc. Das sei für ihn entscheidend. „Zum Glück können und dürfen wir das in Deutschland.“ (Werner G. Stähle)

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