
Karl Dieter Wünstel
Foto: Rolf. H. Epple
Verbandsgemeinde Jockgrim – Am 6. April 2025 wählen die Bürger der Verbandsgemeinde Jockgrim den hauptamtlichen Bürgermeister. Karl Dieter Wünstel (CDU), der seit 2018 als Bürgermeister an der Spitze der Verbandsgemeinde steht, tritt erneut zur Wahl an. Er ist der einzige Kandidat.
Im Kurz-Interview mit dem Pfalz-Express zieht er eine Bilanz seiner bisherigen Amtszeit und gibt einen Ausblick auf die kommenden Herausforderungen.
PEX: Sie sind seit 2018 Bürgermeister der Verbandsgemeinde Jockgrim. Welche wichtigen Projekte konnten Sie in den letzten Jahren umsetzen, und welche stehen in den nächsten Jahren noch an?
Wünstel: „Projekte gab es viele, ebenso Herausforderungen wie die Corona-Pandemie oder die Energiekrise. Ein besonders großes Bauprojekt war – aufgrund des Umfangs – sicherlich die Sanierung der Verbandsgemeinde-Sporthalle.
Wir haben den Digitalpakt und die medientechnische Ausstattung unserer Grundschulen vollständig umgesetzt und konnten nach fast 20 Jahren endlich eine Lösung für die Feuerwehr in Jockgrim aufzeigen: Der Neubau des Feuerwehrhauses wird in den nächsten Jahren realisiert.
Ein Projekt, das nicht nur die Ortsgemeinde, sondern auch die Verwaltung viel Kraft gekostet hat, war die Realisierung des Verbrauchermarkts in Neupotz – in nicht ganz vier Wochen ist er fertiggestellt.
Was man nicht direkt sieht, das aber enorme Anstrengungen erforderte, war die Umstrukturierung der Verwaltung: Der Gemeinde- und Städtebund (GStB) hat ein neues Organisationsmodell für rheinland-pfälzische Verbandsgemeinden veröffentlicht („Gemeinde 3.0“), das wir umgesetzt haben.
Zudem wurden über 50 % der Stellen neu besetzt, weil viele Mitarbeitende in den Ruhestand gegangen sind – und dieser Wandel wird weitergehen. Sehr früh sind wir in die Digitalisierung eingestiegen – die VG Jockgrim spielt hier eine aktive Rolle in verschiedenen Fachbeiräten. Dieses Projekt ist noch lange nicht abgeschlossen – falls es überhaupt jemals einen Abschluss geben kann.
Blick in die Zukunft: Neben den Investitionen in Schulen und Feuerwehr stehen vor allem energiepolitische Maßnahmen im Fokus – Vorsorge gegen die Auswirkungen des Klimawandels und Sicherstellung der Versorgungssicherheit. Themen wie Energiebilanzkreise, der Ausbau erneuerbarer Energien und der Schutz des Grundwassers werden uns in den kommenden Jahren beschäftigen.
Eine große Herausforderung bleibt die Ärzteversorgung – hier gibt es für die Zukunft noch keine gesicherte Lösung. Auch die Optimierung des ÖPNV und die Unterstützung der Ortsgemeinden bei ihrer weiteren Entwicklung stehen weiter auf der Agenda.“
PEX: Ein Projekt rausgepickt: Jockgrim setzt auf innovative Projekte wie die Starkregen- und Überflutungsprognose. Was genau steckt dahinter, und welche weiteren Maßnahmen sind geplant, um die Gemeinde zukunftssicher zu machen?
Wünstel: „Das Projekt Flood4Cast, das Sie ansprechen, wurde bei einer Veranstaltung der Metropolregion vorgestellt und erschien mir für den Landkreis als äußerst interessant. Der damalige Landrat, Dr. Fritz Brechtel, befürwortete ein Pilotprojekt für die Verbandsgemeinde Jockgrim – so kam der Kontakt zustande. Das Prognosetool nutzt Wetterdaten zweier Anbieter, das Regenradar, die Überflutungskarten des Landes und die Erkenntnisse unseres kommunalen Starkregenkonzepts.
Auf dieser Basis errechnet es rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, eine präzise Prognose darüber, ob und wenn ‚JA‘, welche Gebiete der Verbandsgemeinde Jockgrim von Starkregen betroffen sein werden und wo in den Ortslagen oder im Außenbereich mit Überflutungen zu rechnen ist. Alle fünf bis zehn Minuten aktualisiert das System die Wetterdaten und erstellt auf dieser Basis eine neue Prognose.
Besonders spannend wird das System durch die geplante Einbindung von Pegeldaten der zufließenden Bäche. Die Erfahrungen aus dem Pfingsthochwasser des vergangenen Jahres haben gezeigt, dass diese Daten eine noch genauere Gefahreneinschätzung ermöglichen. Die Umsetzung erfolgt derzeit in enger Abstimmung mit dem Katastrophenschutz des Landkreises, den Feuerwehren, dem Entwässerungsverband Obere Rheinniederung und der Forstverwaltung.
In unserer Verbandsgemeinde bedroht das zufließende Wasser vor allem die Ortslagen von Rheinzabern und Neupotz. Der Erlenbach fließt direkt durch Rheinzabern, während Neupotz sowohl vom Erlenbach als auch vom Otterbach umströmt wird. Die von der Software erstellte Prognose bietet die entscheidende Vorlaufzeit. So können Bürgerinnen und Bürger ggf. frühzeitig gewarnt, Einsatzkräfte gezielt eingesetzt und Schutzmaßnahmen rechtzeitig ergriffen werden. Warnmeldungen werden automatisch generiert und an die zuständigen Stellen weitergeleitet.
Langfristig könnte man überlegen, das System mit einer direkten Warnfunktion für die Bürgerinnen und Bürger zu koppeln – etwa per App- oder SMS-Alarm. Sobald die Sirenen in Betrieb genommen wurden, stehen auch die für eine direkte Alarmierung zur Verfügung.
Die weiterführende Frage nach der Zukunftssicherheit der Kommunen kann man vielfältig beantworten. Zukunftssicherheit macht sich nicht nur an Katastrophenschutz fest: Die Ausstattung unserer Grundschulen ist auf einem modernen Stand. Der Breitbandausbau läuft ebenso wie der Mobilfunkausbau – zugegeben langsam, aber er läuft. Vor allem läuft er kostenfrei für die Kommunen.
Wir werden uns mit dem Klimawandel beschäftigen müssen. Jeder einzelne schattenspendende Baum – vor allem innerorts – hilft: Den Menschen und – nicht zu vergessen – dem Trinkwasser.
Aufgeheizte Bürgersteige sind nicht gut für die Wasserqualität. Die Stromversorgung, letztlich die gesamte Energieversorgung muss auf neue Füße gestellt werden – und das in einem Rahmen, den sich die Kommunen leisten können. Die kommunale Wärmeplanung ist auf dem Weg, das Klimaschutzkonzept ebenso. Wir steigen gerade in ein Bilanzkreismodell ein, das ich gerne über Ortsgemeinden legen möchte. Dabei haben wir mit der Bürgerenergiegenossenschaft mittlerweile auch einen weiteren Treiber mit guten Ideen und anderen Möglichkeiten. Es bleibt spannend.
PEX: Was treibt Sie persönlich an, weiterhin als Bürgermeister aktiv zu bleiben?
Wünstel: Mir macht diese Aufgabe Freude. Es ist ein tolles Gefühl, gemeinsam mit den Räten, den Ortsbürgermeistern und der Verwaltung Dinge anzupacken und wirklich etwas zu bewegen. Und es bleibt noch einiges zu tun – die Zeiten sind spannend. Ich kann mir nichts anderes vorstellen.
PEX: Was möchten Sie den Wählern sonst noch sagen?
Wünstel: Ich bitte alle Wählerinnen und Wähler, ihr Wahlrecht zu nutzen. Gerade als Alleinkandidat ist das Wahlergebnis für mich ein wichtiges Signal – es zeigt mir, wie meine bisherige Arbeit gesehen wird und gibt mir Rückenwind für die kommenden Aufgaben.
Weitere Informationen gibt es auf der Webseite von Karl Dieter Wünstel auf: https://www.kdwuenstel.de/
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Diesen Artikel drucken



Jockgrim – Paukenschlag bei den Wahlen zum Bürgermeister in der Verbandsgemeinde Jockgrim: Karl Dieter Wünstel (CDU) löst den seit 16 Jahren amtierenden ...
Karl Dieter Wünstel, amtierender Bürgermeister der Verbandsgemeinde Jockgrim aus Hatzenbühl, wird bei der Bürgermeisterwahl im Jahr 2025 erneut antreten. Der CDU-Gemeindeverband sprach ...
Rheinzabern – Ein erfolgreiches Wochenende für seine Kampagne verzeichnet Karl Dieter Wünstel, Kandidat für das Amt des Bürgermeisters in der Verbandsgemeinde Jockgrim. ...
VG Jockgrim/Hatzenbühl – Am Montagabend wurde der am 14. Mai zum Bürgermeister der Verbandsgemeinde Jockgrim gewählte Karl Dieter Wünstel feierlich in sein ...
Verbandsgemeinde Jockgrim – Bei der Sitzung des Verbandsgemeinderats Jockgrim am 30. Januar 2023 hat Bürgermeister Karl Dieter Wünstel seine Haushaltsrede gehalten. Der ...
Für die Verbandsgemeinde Jockgrim treten zur Wahl des Bürgermeisters an: Uwe Schwind (SPD) und Karl Dieter Wünstel (CDU). Uwe Schwind, amtierender Bürgermeister der Verbandsgemeinde Jockgrim, Verwaltungsjurist, ...
Hatzenbühl/Rülzheim. Die Malteser freuen sich über Zuwachs in der Führungsriege. Karl Dieter Wünstel, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Jockgrim mit langjähriger Verbindung zu den ...
Jockgrim – Der südpfälzische Bundestagsabgeordnete Dr. Thomas Gebhart (CDU) und der Beigeordnete der Verbandsgemeinde Jockgrim, Karl Dieter Wünstel, haben das Wasserwerk in ...
Hatzenbühl – Der Vorsitzende des CDU-Ortsverbands Hatzenbühl, Karl Dieter Wünstel,(gleichzeitig Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Jockgrim), nimmt Stellung zum Bericht „Ortsumgehung Hatzenbühl: Planfeststellungsverfahren ...












