
Bundesnachrichtendienst (Archiv)
Foto: via dts Nachrichtenagentur
Berlin- Der Bundesnachrichtendienst (BND) interessierte sich offenbar für das Liebesleben des früheren Bundeskanzlers Konrad Adenauer (1867 bis 1967). Das geht aus einem 13-seitigen BND-Vermerk vom 8. Februar 1961 hervor, über den der „Spiegel“ berichtet.
Ein Geheimdienstler aus dem BND-Büro in Bonn schrieb darin, der CDU-Kanzler habe „ein Liebesverhältnis mit einer weit jüngeren Ärztin unterhalten“, die von ihm ein Kind habe. Die Frau soll vor der Geburt geheiratet haben, der Ehemann habe die Vaterschaft nicht angefochten. Der BND-Bericht zielte auf eine Medizinerin, die fast ein halbes Jahrhundert jünger als Adenauer und Tochter von Adenauers Nachbarn war. Beide duzten einander. Sie begleitete ihn auch 1954 offiziell als Ärztin auf einer Reise nach Griechenland und in die Türkei. Schon damals wurde über das Verhältnis zwischen dem zweifachen Witwer und der jungen Frau getuschelt.
Der BND-Mann berief sich in dem Vermerk auf einen Leibwächter Adenauers. Er hatte diesen befragt, weil eine Sekretärin im Kanzleramt mit einem DDR-Agenten liiert war. Der BND wollte wissen, was die Sekretärin an brisanten Informationen nach Ost-Berlin hätte geben können. Er schrieb von „Explosiv-Kenntnissen“.
Die Tochter der Medizinerin hält die BND-Behauptungen hingegen für abwegig, wie sie dem „Spiegel“ sagte. Adenauer sei nicht ihr Vater gewesen. Ihre Mutter hinterließ im Übrigen rund 200 Briefe Adenauers, deren Veröffentlichung geplant ist. Darin habe sich der Kanzler seinen Frust von der Seele geschrieben. Nach einer Liebesgeschichte sehe das für sie nicht aus. (dts Nachrichtenagentur)
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