Freitag, 20. September 2019

BND nimmt verstärkt den Balkan ins Visier

28. November 2017 | noch keine Kommentare | Kategorie: Nachrichten, Politik
Zentrale des Bundesnachrichtendienstes. Foto: dts nachrichtenagentur

Zentrale des Bundesnachrichtendienstes.
Foto: dts nachrichtenagentur

Berlin  – Der Bundesnachrichtendienst (BND) richtet ein zunehmendes Augenmerk auf den Balkan und hier insbesondere auf Bosnien-Herzegowina.

Das berichtet die „Berliner Zeitung“ unter Berufung auf Berliner Sicherheitskreise. In dem Zusammenhang gebe es auch eine zunehmende Kooperation mit anderen Diensten, heißt es.

Hauptgrund dafür seien wachsende islamistische Bestrebungen in der Region. Außerdem investieren die Golfstaaten, allen voran Saudi-Arabien, viel Geld, um die bisher dort geltende gemäßigte Spielart des Islam durch eine radikalere Variante der eigenen so genannten wahhabitischen Prägung zu ersetzen.

Aus keinem europäischen Land schlossen sich, gemessen an der Bevölkerungsgröße, in den vergangenen Jahren so viele Kämpfer dschihadistischen Gruppen an wie aus Bosnien. Bosnien-Herzegowina gilt wie alle Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien als höchst zerbrechliches Gebilde.

BND-Präsident Bruno Kahl sagte vor zwei Wochen bei einem Vortrag vor der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung, eine treibende Kraft der internationalen Politik sei der demographische Wandel. Der wiederum habe neben zunehmenden Flüchtlingsströmen die Entstehung schwacher Staaten zur Folge, die anfällig seien für Bürgerkriege und Terroristen als Rückzugs- bzw. Operationsgebiet dienen könnten.

Wörtlich erklärte er dann: „Der Fragile States Index 2016 liefert in diesem Zusammenhang aus deutscher Sicht ein wenig ermunterndes Bild. Dort werden Bosnien-Herzegowina, Albanien, Serbien, Mazedonien, Weißrussland, Moldawien, die Ukraine und Russland in die Kategorien Warning bis High Warning eingeordnet.“

Im Fokus des BND ist der Balkan schon länger. Dies hat mit der Tatsache zu tun, dass dort in den 90er Jahren Bundeswehr-Soldaten stationiert wurden. Im Kosovo ist die Bundeswehr immer noch. (dts Nachrichtenagentur)

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