
Foto: dts Nachrichtenagentur
Graz (aktualisiert)– In Graz hat sich heute einer der schwersten Amokläufe in der Geschichte der Republik ereignet. Wie die „Kronen Zeitung“ berichtet, soll ein bewaffneter Täter gegen 10:30 Uhr in zwei Klassen des BORG (Bundes-Oberstufenrealgymnasium) in der Dreierschützengasse das Feuer eröffnet haben. Die Polizei Steiermark bestätigte auf X den Einsatz.
Die tragische Bilanz: Mehrere Tote und zahlreiche Schwerverletzte – zehn Personen kamen bei der Schießerei ums Leben. Nach Angaben des Uniklinikums Graz erlag am Nachmittag eine weitere Frau dort ihren schweren Verletzungen. Zudem gibt es zwölf zum Teil schwerverletzte Personen. Das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen übernommen.

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Der mutmaßliche Täter hatte sich auf einer Schultoilette selbst erschossen. Es soll sich nach den Angaben der Polizei um einen 21-jährigen Österreicher aus Bezirk Graz-Umgebung handeln, der den Behörden bislang nicht bekannt war.
Der österreichische Innenminister, Gerhard Karner (ÖVP), ergänzte bei einer Pressekonferenz am Nachmittag, dass der mutmaßliche Täter ein ehemaliger Schüler der Schule gewesen sei, dort jedoch keinen Abschluss erworben habe.
Bei dem Amoklauf kamen nach Angaben der Behörden eine Langwaffe und eine Faustfeuerwaffe zum Einsatz. Nach derzeitigem Kenntnisstand war der mutmaßliche Täter legal im Besitz der Waffen, da er über eine Waffenbesitzkarte verfügte. Über die Motive des mutmaßlichen Täters konnten bislang keine gesicherten Angaben gemacht werden. Die Polizei Steiermark ruft die Bevölkerung dazu auf, „insbesondere aus Respekt den Opfern und Angehörigen gegenüber“ von „Spekulationen zum Amoklauf Abstand zu nehmen“. Laut ersten Erkenntnissen der Zeitung sah sich der junge Mann als Mobbingopfer.
Der Amoklauf löste einen Großalarm aus. Die Einsatzkräfte reagierten innerhalb weniger Minuten. Insgesamt waren laut Rotem Kreuz 158 Sanitäter sowie 31 Mitarbeiter der Krisenintervention im Einsatz, unterstützt von über 60 Rettungsfahrzeugen aus der gesamten Steiermark. In der Nähe der Schule wurden Betreuungszentren für Angehörige und Überlebende eingerichtet.
Die Einsatzleitung rief zuerst das sogenannte MANV-System aus – ein standardisiertes Vorgehen für Massenanfälle von Verletzten.
Die Schule soll nun bis auf Weiteres geschlossen bleiben. Es soll jedoch ein Ort eingerichtet werden, an die die Schulgemeinschaft trauern kann und die Unterstützung von Psychologen in Anspruch nehmen kann. Österreichs Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) kündigte zudem eine dreitägige Staatstrauer an. Am Mittwoch soll um 10 Uhr eine landesweite Trauerminute abgehalten werden. (red/ dts Nachrichtenagentur)

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