Donnerstag, 23. Mai 2019

Bischöfe wollen Kirchensteuer erhalten

20. April 2019 | 5 Kommentare | Kategorie: Nachrichten, Politik

Symbolbild: dts Nachrichtenagentur

Berlin  – In der Debatte um die künftige Finanzierung der Kirchen haben sich Bischöfe von evangelischer und katholischer Kirche für den Erhalt der Kirchensteuer stark gemacht.

„Die Ausstrahlungskraft der Kirche hängt nie an einem bestimmen Finanzierungssystem. Aber niemand sollte unterschätzen, wie viele segensreiche Aktivitäten für Kirche und Gemeinwesen insgesamt durch die Kirchensteuer möglich sind“, sagte der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Der bayerische Landesbischof bezeichnete die Kirchensteuer als historisch gewachsene Form des Mitgliedsbeitrags, für deren Einzug der Staat angemessen entlohnt werde.

Der katholische Berliner Erzbischof Heiner Koch erinnerte an die „Gestaltungsfreiheit“, die die Kirchensteuer bedeute. In anderen Ländern sei Kirche sehr viel mehr von den Vorstellungen einzelner großer Spender abhängig, erklärte der Berliner Erzbischof. Er sei allen dankbar, „die über die Kirchensteuer dazu beitragen, dass wir als Kirche unseren Auftrag in Seelsorge, Caritas und Verkündigung erfüllen können, für die Kirche in Deutschland aber auch unterstützend in anderen Ländern der Welt“, sagte Koch.

Der Erzbischof wies zugleich auf den Spardruck der Kirchen hin: Man stelle sich der Tatsache, „dass die Einnahmen aus der Kirchensteuer perspektivisch zurückgehen werden: Wir bilden Rücklagen, stellen alles, was wir derzeit leisten, auf den Prüfstand und sehen uns nach anderen Einnahmequellen um.“

Zuletzt hatten Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und der katholische Eichstätter Bischof Gregor Hanke die Kirchensteuer in ihrer jetzigen Form infrage gestellt. Ramelow sprach sich für eine Kultursteuer nach italienischem Vorbild aus.

Hanke forderte eine innerkirchliche Debatte über die Kirchensteuer aufgrund des demografischen Wandels und der Kirchenaustritte. Man müsse jetzt anfangen, über andere Möglichkeiten der Finanzierung nachzudenken und dabei kreativer werden, so Hanke weiter. (dts Nachrichtenagentur)

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5 Kommentare auf "Bischöfe wollen Kirchensteuer erhalten"

  1. eliza doolittle sagt:

    das geld/kirchensteuer ist gut angelegt:

    swr de 18.04.19

    …. Für dieses Schweigen soll die Kirche auch 120.000 Euro geboten haben. Pfeiffer sagte, das habe er abgelehnt. Daraufhin habe der Trierer Bischof Ackermann ihm erklärt, wenn er nicht unterschreibe und der Zensurvorwurf nach außen dringe, sei er ein Feind der katholische Kirche und man würde seinen guten Ruf öffentlich massiv attackieren. Pfeiffer nennt den Vorgang eine Bedrohung. Wörtlich heißt es in der „Zeit“: „Das war der Versuch einer Nötigung.“

    pfeiffer ausführlicher in BILD:
    Renommierter Kriminologe sollte Missbrauch aufklären

  2. Familienvater sagt:

    Liebe Eliza,
    es ist doch immer wieder erstaunlich, wie Verantwortliche, die dem Ruhestand entgegehen, wie hier Herr Pfeiffer, vom Blitz der Erkenntnis getroffen werden.
    Ich glaube nicht, daß Herr Pfeiffer noch mehr Früchte vom Baum der (Selbst-)Erkenntnis isst und seine Lebenszeit noch ausreicht, um seine unsäglichen parteiischen, je nach Auftraggeber widersprüchlichen Gutachten über Kriminalität und deren Ursachen z.B. im Islam bei den Edelfedern der „Zeit“ richtigstellen zu können.
    Für die dt. Kirchenoberen, die ihre Brustkreuze auf dem Tempelberg unterwürfig abnahmen + Jesus verleugneten + logen, daß die israelischen Sicherheitsbehörden dies verlangten, kann kein Platz im Himmel sein. Für den reuhigen Herrn Pfeiffer schon eher.
    Gesegnte Ostern.

    • eliza doolittle sagt:

      lieber familienvater,

      mich amüsiert das sehr. es muss ja ordentlich gekracht haben, wenn sich diese stützen der gesellschaft nun gegenseitig derart beharken.

      herr pfeiffer ist mir seit sebnitz richtig ans herz gewachsen. sie werden den fall kennen, falls doch nicht mehr erinnerlich u.a. hier (ich war jetzt auf die schnelle nicht sehr erfolgreich):

      Frankfurter Rundschau 10.01.2013 fr de
      Institutsdirektor Christian Pfeiffer liefert – fast immer

      was die funktionäre der weltanschauungsorganisationen betrifft habe ich den eindruck, dass diese selbst nicht an ihre geschäftsgrundlage glauben. sie müssten sonst vor dem unausweichlichen treffen mit ihrem himmlischen chef ständig zittern wie espenlaub.

      von herzen ihnen und ihrer familie ein gesegnetes osterfest !

  3. Danny G. sagt:

    Nein.. eine Kultursteuer haben wir schon, nämlich die After-GEZ.
    Dort müssen alle Haushalte monatlich 17.50 € bezahlen, damit ein Bruchteil der Haushalte die talentierte Helene Fischer und den freundlichen Südtiroler Markus Lanz angucken können.

    Mein Vorschlag würde in die andere Richtung tendieren: Die Kirchensteuer bleibt in ihrer jetzigen Form erhalten, aber die Kirchen müssen exakt mit diesem Geld auskommen.
    Weiterhin bekommen alle anderen Religionsformen auch Zugang zur Kirchensteuer. Quasi, der Islam gehört zu Deutschland und daher bekommt er auch seine Recht.
    Im Gegenzug dürfen Kirchen und Religionsverbände keine Spenden aus dem Ausland mehr erhalten. Z.B. Ditib.
    Ich sage vorraus, dass die Kultur gefördert werden würde und der Islam das werden würde, was er sein könnte-> Normal.

  4. qanon sagt:

    Wann wird in dem Laden eigentlich mal wegen den ganzen SAngriffe an und gegen Kinder aufgeräumt?

    „Die Ausstrahlungskraft der Kirche hängt nie an einem bestimmen Finanzierungssystem. Aber niemand sollte unterschätzen, wie viele segensreiche Aktivitäten für Kirche und Gemeinwesen insgesamt durch die Kirchensteuer möglich sind“, sagte der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

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