Montag 12.Oktober 2026

Berlin: Clan-Chef Remmo und umstrittener Aktivist Ibrahim auf Linken-Wahlparty – SDP-Kandidat Krach: „unerträglich“

21. September 2026 | Kategorie: Nachrichten, Politik, Top-Artikel

Wahlparty der Linken am 20. September 2026 in Berlin.
Foto: dts Nachrichtenagentur

Berlin – Nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin sorgen Gäste auf der Wahlparty des Bezirksverbands Neukölln für heftige Kritik. Unter den Besuchern waren Clan-Chef Issa Remmo und der antiisraelische Aktivist Ibrahim Ibrahim.

SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach kritisierte die Vorgänge scharf. „Man muss als Neuköllner Linke wissen, mit wem man feiert“, sagte er der „Rheinischen Post“. Er finde das „einfach unerträglich“. Nun stelle sich die Frage, wie die Linke damit umgehe.

Clan-Chef Issa Remmo auf der Wahlparty

Issa Remmo gilt als Oberhaupt der Berliner Remmo-Familie. Mitglieder des Clans wurden in der Vergangenheit wegen schwerer Straftaten verurteilt, darunter im Zusammenhang mit dem Diebstahl der Goldmünze „Big Maple Leaf“ aus dem Berliner Bode-Museum und dem Einbruch ins Grüne Gewölbe in Dresden.

Remmo war am Wahlabend bei der Feier der Neuköllner Linken aufgetaucht. Die Partei erklärte anschließend, er sei nicht eingeladen gewesen. Die Veranstaltung sei öffentlich zugänglich gewesen und Remmo später hinausgebeten worden.

Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp wies eine Verbindung ihrer Partei zur organisierten Kriminalität zurück. Der Neuköllner Bezirksverband erklärte ebenfalls, es gebe weder politische noch persönliche Beziehungen zu Remmo.

Auch Ibrahim Ibrahim feierte mit

Für weitere Kritik sorgt die Anwesenheit von Ibrahim Ibrahim. Der antiisraelische Aktivist wird vom Verein Democ der Unterstützerszene der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) zugerechnet. Auch der Berliner Verfassungsschutz führt ihn nach Medienberichten als langjährigen PFLP-Aktivisten. Die PFLP wird vom Verfassungsschutz als extremistische Organisation eingestuft.

Ibrahim war auf der Wahlparty unter anderem zusammen mit dem Neuköllner Linken-Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak zu sehen. Koçak erklärte anschließend, er habe mit zahlreichen Besuchern Fotos gemacht und deren politischen Hintergrund nicht gekannt. Von Gewaltverherrlichung distanzierte er sich.

Krach sieht Klärungsbedarf vor möglichen Gesprächen

Die Vorfälle treffen die Linke unmittelbar nach ihrem Wahlsieg und vor möglichen Gesprächen über eine neue Berliner Regierung. Die bisherige Koalition aus CDU und SPD hat ihre Mehrheit verloren.

Rechnerisch möglich wäre ein Bündnis aus Linken, SPD und Grünen. Krach machte allerdings deutlich, dass die Vorgänge auf der Neuköllner Wahlparty aus seiner Sicht nicht einfach übergangen werden können.

Auch von den Grünen kam Kritik. Vor einer möglichen Regierungsbildung müsse es Klarheit über den Vorfall geben, forderte die Berliner Grünen-Landesvorsitzende Nina Stahr.

Als weitere rechnerische Möglichkeit gilt eine Koalition aus CDU, SPD und Grünen. (red/ dts Nachrichtenagentur)

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