Freitag 8.Mai 2026

Bekämpfung von Waldbränden in Neustadt: Präventionsarbeit ist wichtig

26. Juli 2025 | Kategorie: Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer, Regional, Regional

Brand-und Katastrophenschutzinspekteur Stefan Klein, Revierförster Jens Bramenkamp, Medienleiter Ralf Stuhlberg und Markus Kruppenbacher (v.l.n.r.)
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Neustadt. Zum Thema „Vorbeugung und Bekämpfung von Waldbränden in Neustadt an der Weinstraße“ wurde in die Neustadter Hauptfeuerwache zu einem Pressegespräch eingeladen.

Aufgrund des Klimawandels und der einschlägigen Erfahrungen aus den vergangenen Jahren habe das Thema in Neustadt eine sehr hohe Relevanz, so Stefan Klein, Brand- und Katastrophenschutzinspekteur der Stadt Neustadt, dessen Stellvertreter Markus Kruppenbacher, Medienleiter Ralf Stuhlberg sowie Jens Bramenkamp, Förster im Stadtwald Landau. 

Foto: Pfalz-Express/Ahme

Stadt, Forst und Feuerwehr sind hierbei – auch mit erheblichen Investitionen – vielseitig engagiert und arbeiten Hand in Hand, betonten die Verantwortlichen. Die Stadt ist mit rund 5000 Hektar die größte kommunale Waldbesitzerin in Rheinland-Pfalz.

Vielerorts grenzt die Wohnbebauung direkt an den Wald. Die Neustadter Feuerwehr ist mit ihren 340 Ehrenamtlichen die größte Freiwillige Feuerwehr im Bundesland (Neustadt hat 55.000 Einwohner – eine Berufsfeuerwehr wird erst ab 100.000 Einwohnern installiert).

Es gibt eine Hauptfeuerwache und sieben Stützpunktfeuerwehren, erklärt Stefan Klein.

Foto: Pfalz-Express/Ahme

„Der Brand 2022 beim Hambacher Schloss hat uns die Augen geöffnet und noch mehr für die Brandvorsorge sensibilisiert“, so Jens Bramenkamp, Einer der drei Neustadter Revierförster.
Damals sei die Lage nicht ganz ungefährlich gewesen, sagt er. Bedrohlichen Lagen sehen sich zum Beispiel Bewohner der Stadtdörfer Königsbach, Gimmeldingen, Haardt und Hambach ausgesetzt: „Bei Vielen kann man von der Terrasse aus direkt in den Wald schauen und es gibt auch Waldbesitzer unter ihnen“, weiß Bramenkamp. Sorge macht den Feuerwehrangehörigen die oft schlechte Erreichbarkeit waldnaher Wohnbereiche oder die Löschwasserversorgung im Wald.

Die Waldbrandgefahr steht zur Zeit bei 1-2 – das scheint auf den ersten Blick OK. Doch die Gefahr nimmt wieder zu, von einigen kühleren Tagen dürfe man sich nicht täuschen lassen und auch die Waldbesucher bieten Grund zur Sorge. Bei Patrouillenfahrten (zum Teil mit Feuerwehreigenen Enduros), fände man oft genug Feuerstellen. Unterstützung gibt es auch durch Hobbypiloten, die von oben Hinweise auf beginnende Waldbrände geben können.

Zwei von fünf Motorrädern (Enduros), die im Wald eingesetzt werden können. Links daneben ein Boot.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Durch den Klimawandel seien die Bäume und Sträucher viel trockener und begünstigten dadurch Vegetations-oder Waldbrände. Denkbar seien durchaus auch „große Waldbrände, wie man sie aus dem Ausland kennt“. Zu 95 Prozent sei aber der Mensch durch Unachtsamkeit Auslöser von Bränden. Wanderer sollten mit Bedacht durch den Wald gehen, erklärt Klein. Auch die Unsitte, dass Grünschnitt gerne im Garten verbrannt werde, kommt bei der Feuerwehr nicht gut an.

Was wird prophylaktisch getan seitens der Feuerwehr? Neue Lehrgänge, die Ausrüstung wird aufgerüstet, es gibt verschiedene Geländefahrzeuge (darunter einige Allradler, sowie Quad mit Ladefläche), Motorräder für Orientierungsfahrten, neues Kartenmaterial). Wege werden ertüchtigt, der Wald wird regelmäßig begangen. An vier Punkten sollen Zisternen angelegt werden um die Löschwasserversorgung zu gewährleisten. Die Stadt Neustadt habe auch Kooperationspartner, z. B. Lohnunternehmen, die mehrere tausend Liter Wasser in großen Tanks transportieren können.

Die Grünen Schilder im Wald kennt wohl Jeder: Das sind Rettungspunkte, die Handyempfang haben. Sie sind den Rettungsleitstellen des Landes bekannt und werden bei einem eingehenden Notruf sofort bezüglich ihrer Lage identifiziert.

Der Disponent in der Einsatzzentrale übermittelt  digital den Rettungspunkt und die dazugehörigen GPS-Koordinaten an das vom Rettungspunkt nächst stationierte und verfügbare Einsatzfahrzeug. Das Rettungsfahrzeug wird dann u.a. durch die Einsatzzentrale per GPS an den Anfahrpunkt geleitet. Es gibt auch eine App „Hilfe im Wald“, hier sind die Rettungspunkte angegeben.

Auch die Zusammenarbeit mit benachbarten Landkreisen Südliche Weinstraße und Bad Dürkheim mittels Kameraüberwachung wurde beim Pressegespräch angesprochen. Oberbürgermeister Weigel wünsche sich, eine flächendeckende Lösung, da sei man „dran“. (desa)

Foto: Pfalz-Express/Ahme

 

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