
Symbolbild von İbrahim Mücahit Yıldız auf Pixabay
Im Landkreis Germersheim leben über 16.000 Menschen mit ausländischem Pass. Ein großer Teil dieser Bevölkerung gehört nicht dem christlichen Glauben an. Aber auch die Zahl der deutschen Bürger mit Migrationshintergrund und nicht-christlicher Religionszugehörigkeit ist hoch und wächst durch Zuwanderung, Einbürgerung oder Geburtsortsprinzip weiter an.
Hierbei bildet die muslimische Bevölkerung die zahlenmäßig größte nicht-christliche religiöse Bevölkerungsgruppe im Landkreis. Der Beirat für Migration und Integration im Kreis Germersheim ruft deswegen die Städte und Verbandsgemeinden im Landkreis auf, „interkulturelle Bestattungsmöglichkeiten“ zu ermöglichen.
„Menschen, die seit Generationen in unserem Landkreis leben oder hier heimisch werden wollen, müssen auch die Möglichkeit bekommen, ihre Angehörigen in der neuen Heimaterde beizusetzen und hier zu besuchen. Bei der Umsetzung eines solchen Vorhabens müssen die Angehörigen aller hier lebenden Kulturen berücksichtigt werden“, so Ziya Yüksel, Vorsitzender des BMI Landkreis Germersheim.
Die Bezeichnung „Interkulturelle Bestattungsmöglichkeit“ – und damit verbunden der Anspruch auf Prüfung der entsprechenden Bedarfe beim Gestaltungsprozess – ist dem BMI in diesem Zusammenhang besonders wichtig.
„Viele Betroffene in unserem Landkreis warten schon lange darauf, dass eine solche Möglichkeit geschaffen wird. Zahlreiche Rückmeldungen aus Vereinen und Initiativen haben uns in der Vergangenheit auf diesen Bedarf hingewiesen. Dies wäre nicht nur ein wichtiges Zeichen der Willkommenskultur, sondern auch ein kräftiger Schub in Richtung Integration und Zugehörigkeitsgefühl. Das Integrationskonzept des Kreises hat genau dies zum Ziel“, so Yüksel weiter.
Auch bei weiteren Beiräten für Migration und Integration im Kreis Germersheim (Stadt Kandel, Stadt Germersheim, VG Jockgrim) wird dieser Bedarf gesehen. „Es sollte Anspruch jeder Verwaltung und aller politischen Entscheidungsträger sein, die Bestattungsmöglichkeiten ihrer Gemeinde entsprechend vorherrschender Realität der kulturellen und religiösen Vielfalt auszurichten“, so der BMI.
In Absprache mit den anderen Beiräten bietet der BMI an, das Anliegen in den jeweiligen Gremien vorzustellen und die nötigen Prozesse in Planung und Durchführung im Kreis beratend zu begleiten.
„Dazu werden die Gremien der Städte und Verbandsgemeinden aufgefordert, dieses Thema in ihre Agenda aufzunehmen.“

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