Mittwoch, 16. Oktober 2019

Bayerns Kampf gegen „Mein Kampf“

2. November 2012 | noch keine Kommentare | Kategorie: Panorama

„Mein Kampf“: In Deutschland verboten, im Ausland nicht. (Foto: lifePR)

Hitlers „Mein Kampf“ wird ab 2016 frei zur Veröffentlichung, der Freistaat Bayern verliert 2015 die Urheberrechte an dem Buch. Danach können Verleger die Schrift publizieren. Bis dato verhindert Bayern jeden Publikationsversuch mit einer einstweiligen Verfügung.

Um die Bevölkerung vor Propaganda und Volksverhetzung zu schützen? Wäre das der Fall, würden die deutschen Gesetze ab 2016 dafür sorgen, dass das Buch weiterhin in der Bundesrepublik nicht abgedruckt wird. Doch Juristen sehen diesen Fall nicht gegeben. Der Rechtsexperte Nikolaos Gazeas glaubt nicht an Verurteilungen ab 2016. Um diesen Fall eintreten zu lassen, müsse das Werk mit Kommentaren versehen werden, die einen aktuellen Bezug zur Verfassung herstellen. Damit würde die Schrift die demokratischen Grundwerte in Frage stellen – das wäre strafbar. In unkommentierter Form ist es lediglich ein historisches Dokument, das die Gedanken eines Diktators wider gibt.

Bereits jetzt frei käuflich
Von denen, die das Buch lesen möchten und den Inhalt als Grundlage ihrer Überzeugung sehen, werden die meisten nicht bis 2016 warten, um das Buch in den Händen zu halten, denn im Ausland ist das Buch frei käuflich. Und wer nicht extra in die Ferne reisen möchte, wird sich online Abhilfe verschaffen. „Mein Kampf“ ist also bereits im Umlauf und wird sich auch in deutschen Bücherregalen oder als E-Book längst wieder finden.

In der Bedeutungslosigkeit verschwinden

Eine kluge Maßnahme wäre es, wenn Bayern präventiv selbst „Mein Kampf“ veröffentlichen würde. Mit von Historikern verfassten Kommentaren, welche den Lesern helfen, das Gelesene richtig einzuordnen. Das müsste jedoch dringend vor 2015 geschehen, denn danach würde die Wirkung einer solchen Ausgabe verfliegen. Bis dahin wäre die kommentierte Ausgabe das einzige frei erwerbbare Exemplar in Deutschland. Nach 2015 würde es wohl in einer Flut von Ausgaben untergehen und in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. (red/lifePR)

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