
Foto: Pfalz-Express
RLP – Im Jahr 2024 wurden in Rheinland-Pfalz insgesamt 10.052 Personen registriert, die Asyl beantragt haben oder im Rahmen von Sonderaufnahmeprogrammen ins Land kamen.
Darunter waren 9.643 Asylbewerber sowie 409 Personen aus Sonderprogrammen. Im Vergleich zu 2023, als 15.335 Personen registriert wurden, ist die Zahl um 5.283 gesunken.
Die Zahlen stammen vom Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration RLP.
Anpassungen bei der Verteilung und Aufnahmekapazitäten
Die Kapazitäten in den landeseigenen Aufnahmeeinrichtungen umfassten im Jahr 2024 zwischen 6.000 und 7.700 Plätze, von denen durchschnittlich 4.057 belegt waren. Um die Kommunen zu entlasten, wurden die Verteilzahlen in die kommunalen Unterkünfte ab dem ersten Quartal 2025 von 250 auf bis zu 200 Personen pro Woche gesenkt.
Die Mehrzahl der Asylbewerber kam aus Syrien, der Türkei, Afghanistan, Ägypten und Somalia. Nach ihrer Registrierung in den Aufnahmeeinrichtungen des Landes erfolgt die Verteilung auf die Kommunen.
Geplante Reformen zur kommunalen Entlastung
Die Landesregierung plant, die Aufnahme und Unterbringung von Asylbewerbern durch eine Reform des Landesaufnahmegesetzes effizienter zu gestalten. Ein Kernpunkt ist die Einführung eines flexiblen Finanzierungssystems mit Pro-Kopf-Pauschalen, die sich an den tatsächlichen Zugangszahlen orientieren.
Dies soll den Kommunen größere finanzielle Planungssicherheit geben und die Verwaltungsprozesse durch vereinfachte Abrechnungsverfahren entlasten.
Der Haushaltsansatz für die kommunale Flüchtlingsaufnahme wird im Jahr 2025 auf 136,8 Millionen Euro erhöht. Ziel ist es, die Unterbringung und Versorgung krisenfester zu machen und die Kapazitäten bedarfsgerecht anzupassen.
Integration und Unterstützung
Neben der Unterbringung fördert das Land Sprachkurse, die von Anfänger- bis Fortgeschrittenenniveau reichen. Im Jahr 2024 wurden hierfür 2,2 Millionen Euro bereitgestellt. Zusätzlich unterstützt ein Netzwerk von Migrationsberatungsstellen zugewanderte Menschen in Fragen des Alltags und der gesellschaftlichen Eingliederung, erklärte Integrationsministerin Katharina Binz (Grüne).
Trotz der angespannten Haushaltslage wird das Budget für Integrationsmaßnahmen in den kommenden Jahren erhöht – auf 16,1 Millionen Euro im Jahr 2025 und 17,7 Millionen Euro im Jahr 2026.
Zuzug aus der Ukraine
Auch der Zuzug von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine bleibt hoch. Im Jahr 2024 wurden 11.175 Personen aufgenommen, 1.060 mehr als im Vorjahr. Damit leben aktuell über 53.000 Ukrainer in Rheinland-Pfalz, darunter rund 16.000 Kinder und Jugendliche.

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