Donnerstag, 04. Juni 2020

Ansprache von Ministerpräsidentin Malu Dreyer an die Bevölkerung

3. April 2020 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Bad Dürkheim, Kreis Germersheim, Kreis Südliche Weinstraße, Landau, Ludwigshafen, Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer, Regional, Rhein-Pfalz-Kreis, Rheinland-Pfalz, Südwestpfalz und Westpfalz

Ministerpräsidentin Malu Dreyer
Foto: Pfalz-Express

Die Ansprache von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) an die Bevölkerung, die am 3. April im SWR um 19:55 Uhr ausgestrahlt wird, im Wortlaut.

Liebe Rheinland-Pfälzer und Rheinland-Pfälzerinnen,

hinter uns liegen jetzt fast drei Wochen, in denen wir unsere persönlichen Kontakte, unseren Arbeitsalltag, das öffentliche Leben und Teile unserer Wirtschaft nahezu eingestellt haben, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen.

Ich weiß, wie belastend die Situation gerade ist. Wie schwer es für viele von Ihnen ist, auf engem Raum zusammenzuleben, Beruf und Kinderbetreuung zu verbinden, die Schulkinder bei ihren Aufgaben zu unterstützen. Hinzu kommt, dass viele Menschen sich um ihre Eltern und Großeltern sorgen, ohne dass sie sie besuchen können. Die Sorge um den Arbeitsplatz und die Zukunft des eigenen Unternehmens treibt auch immer mehr Menschen um.

Mir persönlich und der ganzen Landesregierung fallen die harten Maßnahmen sehr schwer. Aber nur so können wir die Geschwindigkeit der Ansteckungen mit dem Corona-Virus drosseln.

Unser Land zeigt eine große Stärke in der Krise, jeder und jede einzelne von Ihnen zeigt sie. Auch in dieser beispiellosen Situation hält Rheinland-Pfalz zusammen.

Ich sage herzlich DANKE denjenigen, die jeden Tag die medizinische und pflegerische Versorgung der Kranken sicherstellen. DANKE all denen, die dafür sorgen, dass wir Lebensmittel einkaufen können, dass Busse und Bahnen fahren, dass unsere Kinder auch in den Osterferien betreut werden.

Es ist großartig zu sehen, wie viele tolle Ideen entwickelt werden, um Nachbarn und gefährdeten Menschen beizustehen. Das Land unterstützt diese Initiativen. Und gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz und anderen Hilfsdiensten haben wir am Mittwoch die Internet-Plattform teamrlp.de gestartet, die Freiwillige gezielt und schnell mit denjenigen zusammenbringt, die helfende Hände suchen.

Wir haben auch unsere Unternehmen im Land direkt angesprochen. Ihre Hilfsbereitschaft ist überwältigend. Sie stellen zusätzliche Desinfektionsmittel her oder helfen mit ihren internationalen Kontakten, medizinische Schutzausrüstung zu beschaffen. Textilunternehmen, Schuhhersteller, Designer, Theaterleute – sie alle nähen einfache Masken für den Alltag. Auch dafür sage ich von Herzen danke.

Die Frage, die uns alle am meisten bewegt, ist natürlich: Wann haben die Beschränkungen ein Ende? Wann können Schulen, Kitas, Geschäfte und Unternehmen wieder öffnen? Die Experten und Expertinnen sagen uns, dass noch kein genaues Datum genannt werden kann. Aber sie sagen uns auch: Wenn wir die Kontaktbeschränkungen zu früh aufheben, machen wir die Bemühungen der letzten Wochen zunichte.

Ich muss Sie weiter um Geduld bitten. Die strengen Maßnahmen gelten mindestens bis zum 19. April. Das Virus kennt leider auch keine Wochenenden oder Feiertage. Deshalb, so schwer es fällt: Halten Sie sich auch in der Karwoche an die Schutzregeln. Halten Sie weiter Abstand!

Als Landesregierung arbeiten wir mit Hochdruck daran, die Folgen der Corona-Krise abzufedern.

Hierfür nehmen wir richtig viel Geld in die Hand: Vergangenen Freitag hat der Landtag einen Schutzschild von 3,3 Milliarden Euro aufgestellt. Mit unserem „Zukunftsfond Starke Wirtschaft Rheinland-Pfalz“ unterstützen wir unsere Unternehmen und Selbstständigen mit 1 Milliarde Euro. Wir setzen alles daran, so schnell und unbürokratisch wie möglich zu helfen. Aber ich will nichts versprechen, was wir nicht halten können; wir können als Staat nicht alle Härten vermeiden. Aber wir setzen alles daran, passende Lösungen zu finden.

Zugleich arbeiten wir mit großer Kraft daran, unsere Krankenhäuser auf den Höhepunkt der Pandemie vorzubereiten. Wir verdoppeln die Zahl der Intensivbetten. Wir erhöhen die Zahl der Beatmungsplätze. Und wir nutzen alle Möglichkeiten, die Ausrüstung zu beschaffen, die unsere Ärzte und Pflegenden vor dem Virus schützt.

Liebe Rheinland-Pfälzer und Rheinland-Pfälzerinnen,

die Bewältigung der Corona-Krise ist kein Sprint, sie ist ein Marathon. Aber wenn ich sehe, wie sehr Sie aufeinander achten und wie sehr Sie zusammenhalten, dann bin ich sicher: Mit vereinten Kräften werden wir die Krise meistern. Unser Zusammenhalt ist unsere Stärke. Ich danke Ihnen – bleiben Sie gesund.

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