
Kläranlage Landau-Mörlheim
Quelle: EWL
Landau. Wer Treibhausgase ausstößt, bezahlt künftig dafür. Diese Regelung gilt in Deutschland ab dem Jahr 2021 und sie betrifft alle Verbraucher.
Basis dafür bildet das Brennstoff-Emissionshandels-Gesetz (BEHG), das die Bundesregierung Ende vergangenen Jahres verabschiedet hat. Die neuen Regelungen betreffen die Sektoren Verkehr und Wärme.
„Da sitzt die Entsorgungsbranche mit im Boot. Deshalb haben wir die Umsetzungsdetails des neuen Gesetzes sehr genau im Blick“, sagt Bernhard Eck, Vorstandsvorsitzender des Entsorgungs- und Wirtschaftsbetriebes Landau (EWL).
Entsorgung nicht komplett geklärt
Für die Umsetzung des noch jungen Gesetzes sind noch nicht alle Details geklärt. Fest steht, dass die Verbrennung von Klärschlämmen nicht mit Emissionszertifikaten belegt wird. In Sachen Abfallverbrennung laufen die Verhandlungen zwischen Bundesumweltministerium und Verbänden noch.
„Auch die Landauer Restabfälle werden verbrannt und die Wärme aus dem Müllheizkraftwerk wird zum Heizen genutzt“, gibt Bernhard Eck Einblick in den komplexen Hintergrund der nationalen Emissionsbepreisung. Entschieden muss dieser Aspekt bis 2023 sein, so sieht es der Gesetzgeber im Umsetzungsplan vor.
Schrittweises Vorgehen
Bereits ab 1. Januar 2021 kosten die klimaschädlichen Emissionen aus Brenn- und Treibstoffen. Dazu müssen Energiehändler und Mineralölgesellschaften künftig Zertifikate für Verschmutzungsrechte kaufen. Je Tonne Kohlenstoffdioxid (CO2) kosten diese ab 2021 zunächst 25 Euro, der Preis steigt dann bis 2025 auf 55 Euro je Tonne CO2.
Diese Zertifikatskosten sind künftig Teil des Preises zunächst für alle fossilen Energien – vom Heizöl über Erdgas bis hin zu Benzin und Dieselkraftstoff. Ziel der Maßnahme ist eine Verhaltensänderung der Verbraucher.
„Damit bekommen vom Menschen verursachte Umwelteffekte erstmals ein Preisschild“, veranschaulicht Dr. Maximilian Ingenthron, Bürgermeister von Landau und Verwaltungsratsvorsitzender des EWL. Er findet das richtig und wichtig.
EWL setzt eigene Ideen um
Um zu klimaschonenden Lösungen zu kommen, arbeitet der EWL bereits seit Jahren mit einem kalkulatorischen CO2-Preis. Für die Ausschreibungen bei logistischen Dienstleistungen heißt das aktuell: 160 Euro je Tonne CO2, das durch den Transport beispielsweise von Biogut zum Kompostierungsort freigesetzt wird.
Dazu hat der Verwaltungsrat im Frühjahr seine Zustimmung gegeben. „Dieser Ansatz belastet aber nicht den Geldbeutel der Landauer Bürger“, unterstreicht Bürgermeister Dr. Maximilian Ingenthron als Vorsitzender des Gremiums.
Denn der Emissionspreis in den Ausschreibungen fließt nicht unmittelbar in die Berechnung der Gebühren ein, sondern dazu z.B. lange Transportwege mit einem Geldwert darzustellen, der dann lenkende Wirkung auf die Bewerbenden im Ausschreibungsverfahren hat. Anders gesagt: Anbietende mit z.B. kurzen Wegen und einem besonders emissionsarmen Fuhrpark oder einem besonders energieeffizienten Verfahren punkten bei diesem Aspekt der Ausschreibung mehr als Anbietende mit langen Transportwegen und veralteter Technik.
„Das ist ein wichtiger Hebel, den wir als öffentliche Hand nutzen. Nur so können wir das Klima schützen und unseren Nachkommen eine lebenswerte Umwelt bewahren“, findet Bernhard Eck. Deshalb trägt der EWL auch aktiv zur Reduktion von CO2 bei – beispielsweise durch energetische Maßnahmen in der Kläranlage.
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Diesen Artikel drucken



Berlin – Die deutsche Fridays-for-Future-Bewegung ist mit dem Klimaprogramm des sogenannten „Klimakabinetts“ unzufrieden. „Es ist ein schlechter Witz, wenn die Bundesregierung den ...
Kandel – Stadtbürgermeister Michael Niedermeier (CDU) und Politik-Kollegen haben am Donnerstag, dem Tag der Deutschen Einheit, eine Platane am Schwanenweiher gepflanzt. Anlass ...
Berlin – Die Nationale Wasserstoff-Strategie der Bundesregierung wird frühestens im nächsten Jahr beschlossen. „Wir arbeiten mit Hochdruck an der Abstimmung und Finalisierung ...
Landau. Millionen Tonnen Lebensmittel werden pro Jahr von Industrie, Großverbrauchern, Handel und Privathaushalten weggeworfen. Bernhard Eck, Vorstand des Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau ...
Landau. Am Samstag, 20. April laden die Aktiven Unternehmer für Landau (AKU e.V.) zum Oster-Shopping ein und hoffen auf ein regenfreies und ...
Berlin – Die kommissarische SPD-Vorsitzende Malu Dreyer hat die Klima-Beschlüsse des Grünen-Parteitags scharf kritisiert. „Ein CO2-Einstiegspreis von 60 Euro, wie das die ...
Landau. Zahlreiche Leuchten sind in der Jugendstil-Festhalle verbaut. 990 davon wurden in den vergangenen Wochen in aufwändiger Arbeit mit neuesten LED-Leuchtmitteln ausgerüstet. ...
Landau. Fest zum Programm des Zoo Landau in der Pfalz gehören öffentliche Zooführungen an den Wochenenden, die den Besuchern einen Einblick in ...
Landau. Eine schönere Geburtstags-Location hätte man sich kaum vorstellen können: Im Kreuzgang der Augustinerkirche und dem angrenzenden Pfarrheim Heilig Kreuz feierte die ...
Landau. Auf Einladung des südpfälzischen Bundestagsabgeordneten Dr. Thomas Gebhart besuchte die Botschafterin der Republik China auf Taiwan, Agnes Chen, die Stadt Landau. ...
Niederkirchen. Einen Scheck in Höhe von 900 Euro erhalten die Fußballerinnen des 1. FFC Niederkirchen am 1. Oktober aus den Händen des ...












