
Bürgermeister Christian Burkhart bei der Aussprache über zahlreiche Fragen und Anregungen der interessierten und betroffenen Bürger.
Foto: hi
Annweiler. Am vergangenen Montag fand im Ratssaal der Verbandsgemeinde unter der Leitung von Verbandsbürgermeister Christian Burkhart eine gut besuchte Informationsveranstaltung zum Hochwasservorsorge-Konzept für die Stadt Annweiler und den Ortsteil Gräfenhausen statt.
Dieses hatte die Verbandsgemeinde 2016 im Nachgang zu den Überschwemmungs- und Starkregen-Ereignissen der letzten Jahre bei der Beratungsfirma Obermeyer, Kaiserslautern, in Auftrag gegeben.
Nach einem eineinhalbstündigen Lichtbilder-Vortrag von Martin Cassel und Doris Hässler-Kiefhaber vom Büro Obermeyer, in dem Ursachen und Wirkungen der Sturzfluten mit Schlamm und Sand – vor allem in den Problemgebieten Klingelberg, Steimertal, Nachtweide und Gräfenhausen-Semmerstal – illustriert worden waren, konnten von den Anwesenden Fragen gestellt werden.
Eine zentrale Botschaft in den gutachterlichen Ausführungen war, dass Hochwasserschutz eine Gemeinschaftsaufgabe ist.
In §5, Abs.2 WHG (Wasserhaushaltsgesetz, Allgemeine Sorgfaltspflichten) heißt es dazu: “Jede Person, die durch Hochwasser betroffen sein kann, ist im Rahmen des Möglichen und Zumutbaren verpflichtet, geeignete Vorsorgemaßnahmen zum Schutz vor nachteiligen Hochwasserfolgen und zur Schadensminderung zu treffen, insbesondere die Nutzung von Grundstücken den möglichen nachteiligen Folgen für Mensch, Umwelt oder Sachwerte durch Hochwasser anzupassen“.
Die Stimmung während der lebhaften Aussprache war deutlich entspannter als seinerzeit während der Einwohnerversammlung im Juli 2017 .
Wesentlich dazu beigetragen hat, dass insbesondere bei den betroffenen Anwohnern rund um den Klingelberg beim letzten Starkregen, Anfang Juni, die Auswirkungen gegenüber den Vorjahren deutlich vermindert waren.
Die Verantwortlichen in der Stadt und in der VG Annweiler haben erkennbar Lehren aus dem Desaster 2016 gezogen, als eine gewaltige Schlammlawine vom Klingelberg die Häuser am Hönigsack flutete.
Vor allem wurde endlich auch angefangen zu handeln. Mit konkreten Maßnahmen. So wurden unter anderem das Rückhaltebecken auf dem Klingelberg erheblich vergrößert, ein Schutzwall gegen überfließendes Wasser in Richtung Honigsack errichtet und der Beckenzulauf von der Erschließungsstrasse (Richard-Löwenherz-Wanderweg in Richtung Klettererhütte) verbessert.
Die Feuerwehr wurde mit leistungsfähigeren Pumpen ausgestattet. Auch das zentrale Problem der landwirtschaftlichen Nutzung auf dem Klingelberg wurde inzwischen entschärft.
Einerseits wurden Flächen durch die Stadt aufgekauft und zu Grünflächen umgewidmet. Und zum anderen wurde mit dem Landwirt Tobias Schönung einvernehmlich erreicht, dass statt des erosionsanfälligen Maisanbaus seit diesem Jahr Hafer angebaut wird.
„Diese geänderte landwirtschaftliche Nutzung ist im Sinne der starkregen-bedingten Bodenerosion sehr positiv zu werten“, kommentierte Andreas Wendel von der Regionalstelle Erosions-/Hochwasserschutz der SGD Süd, der in die Gespräche eingebunden war.
Der 200 Seiten starke Beratungsbericht von Obermeyer zum örtlichen Hochwasserschutz enthält eine Fülle von Empfehlungen zu detaillierten Einzelmaßnahmen, die nun von der Stadt und der Verbandsgemeinde gemeinsam mit den zuständigen Fachbehörden weiter beraten, priorisiert und auf ihre jeweiligen Umsetzungsmöglichkeiten abgeklopft werden müssen.
Die Finanzierung der damit verbundenen Kosten wird dabei ein wesentlicher Faktor sein. Der Beratungsbericht kann in der Verbandsgemeinde eingesehen werden.
„Wir konnten die Problemstellen erfassen, haben die Anregungen und Hinweise der Betroffenen aufgegriffen und gezielt erste Maßnahmen umgesetzt“, zog Verbandsbürgermeister Burkhart ein positives Fazit aus der Veranstaltung, „und es hat sich beim letzten Starkregen Anfang Juni bereits gezeigt, dass diese Massnahmen auch greifen“. (hi)
Gefällt Ihnen unsere Zeitung?
Fügen Sie den Pfalz-Express als bevorzugte Quelle bei Google hinzu. So verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten aus der Region.
⭐ Bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Diesen Artikel drucken



SÜW/Südwestpfalz – In seiner letzten Sitzung hat sich der Kreistag des Landkreises Südwestpfalz mehrheitlich gegen eine Teilausgliederung der Verbandsgemeinde Hauenstein in die ...
Annweiler. Am Mittwoch, 17. Mai stellen sich die drei Kandidaten für die Wahl des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Annweiler Christian Burkhart (CDU), Harald ...
Annweiler. In der öffentlichen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am vergangenen Mittwoch informierte Stadtbürgermeister Thomas Wollenweber über den Fortgang der Planungsgespräche zum ...
Annweiler. Starke Unwetter, die in den vergangenen Wochen bereits mehrere Regionen Deutschlands heimsuchten, haben am Dienstag, 7. Juni, erstmals die Verbandsgemeinde Annweiler ...
Annweiler– Der neue Bürgermeister der Verbandsgemeinde Annweiler steht fest: Christian Burkhart (CDU) hat das Rennen gemacht. Angetreten zur Wahl waren der Bürgermeister ...
Annweiler. Die Broschüre der Stadt Annweiler am Trifels wurde aktuell nach 2013 zum zweiten Mal neu aufgelegt. Erstmals ist auch ein Rundgang ...
Annweiler. Die Leitlinie seines Vereins „Zukunft Annweiler e.V.“ hat Vorstandsmitglied Raschid Sepat verinnerlicht: „Wir fragen nicht, was die Stadt für uns tun ...
Annweiler. Zunächst ging es darum, Ideen und Anregungen zu sammeln, wie der freitägliche Wochenmarkt in der historischen Altstadt von Annweiler noch schöner ...
Annweiler. Der Wahlkampf zur VG-Bürgermeister-Wahl geht in die letzte Runde: Die drei Kandidaten für die Wahl des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Annweiler Christian ...
Annweiler. Gut besucht war der Hohenstaufensaal in Annweiler. Die Bürger waren gekommen, um Näheres zu erfahren über den Rheinland-Pfalz-Tag 2019, den die ...
Annweiler. Gut besucht waren die die beiden Anwohnerversammlungen in dieser Woche im Café Escher und bei Chelini am Marktplatz. Wie schon im ...
Annweiler – Das Ringen um die Entscheidung hat ein Ende – der Stadtrat hat endgültig beschlossen, den Rheinland-Pfalz-Tag durchzuführen. Die teilweise erheblichen Bedenken ...












