
Dr. Wolff 2022 (im Hintergrund „sein“ Landau).
Foto: Pfalz-Express/Ahme
Landau– Knapp zwei Monate nach dem Tod des langjährigen Oberbürgermeisters Dr. Christof Wolff hat die AfD-Fraktion im Landauer Stadtrat einen Antrag gestellt, den Verstorbenen durch eine Straßen- oder Platzbenennung zu ehren.
Der Antrag soll in der kommenden Stadtratssitzung am 24. März 2026 behandelt werden. In einem Schreiben an Oberbürgermeister Dr. Dominik Geißler bittet die Fraktion, bei der nächsten Vergabe von Straßennamen „den verstorbenen Oberbürgermeister Dr. Christof Wolff zu berücksichtigen“.
Konkret schlägt sie die Bezeichnungen „Dr. Christof Wolff Allee“, „Platz“ oder „Straße“ vor. Zur Begründung heißt es in dem Antrag: „Herr Dr. Christof Wolff hat unserer Meinung nach eine Straßenbenennung mit seinem Namen wohl verdient.“
Die AfD-Fraktion bittet den Stadtrat um Zustimmung. Norbert Herrmann, Fraktionsvorsitzender der AfD in Landau, unterstreicht den persönlichen Bezug: „Es soll einfach eine Ehrung für einen verdienten Oberbürgermeister a.D. darstellen, den ich persönlich sehr schätzte. Als Mensch und OB.“
Dr. Christof Wolff (CDU) führte die Stadt Landau von 1984 bis 2007 – fast ein Vierteljahrhundert lang – und prägte ihre Entwicklung nachhaltig. Die Stadt Landau selbst würdigte ihn in ihrem offiziellen Nachruf vom 28. Januar 2026 mit den Worten: „Mit Dr. Christof Wolff verlor Landau einen engagierten Politiker, der die Stadt mit Herzblut geführt und in besonderer Weise geprägt hat.“
Unter Wolffs Verantwortung wurde Landau als Wirtschaftsstandort entscheidend gestärkt. Er setzte auf langfristig tragfähige Strukturen, schuf Arbeitsplätze und gab der Stadt Perspektiven weit über seine Amtszeit hinaus. Parallel dazu trieb er die städtebauliche Entwicklung der Innenstadt voran: Die Umgestaltung des Rathausplatzes, die Erweiterung der Fußgängerzone, die Aufwertung der Bachgasse, die Sanierung der Jugendstil-Festhalle und des Alten Kaufhauses sowie die beginnende Umnutzung ehemaliger militärischer Flächen tragen seine Handschrift.
Funktionalität, Aufenthaltsqualität und Zukunftsfähigkeit waren für ihn keine Gegensätze, sondern zentrale Leitlinien. Besonders am Herzen lagen Wolff das gesellschaftliche Miteinander und die deutsch-französischen Beziehungen. Er initiierte 1987 die „Landauer Gespräche“ und engagierte sich intensiv für den Dialog über historische Verantwortung. Die Sanierung des Frank-Loebschen Hauses sowie Begegnungen mit ehemaligen jüdischen Bürgern zählte er zu den bewegendsten Momenten seiner Amtszeit.
Ein weiteres bedeutendes Kapitel war die Landesgartenschau Landau 2015. Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Amt 2007 blieb Wolff der Stadt verbunden: 2011 übernahm er den Vorsitz des Freundeskreises Landesgartenschau Landau 2014/2015.
Unter seiner Führung wuchs der Verein auf über 800 Mitglieder und trug maßgeblich zum Erfolg der 185-tägigen Schau bei. Später ging der Freundeskreis in den „Freundeskreis Blühendes Landau e.V.“ über – ein Anliegen, das dem passionierten Gartenfreund Wolff bis zuletzt wichtig blieb.
Über Landau hinaus engagierte sich Wolff in der kommunalen Selbstverwaltung: Als Vorsitzender des Städtetags Rheinland-Pfalz, Präsidiumsmitglied des Deutschen Städtetags und Vorsitzender des Ausschusses mittlere Städte vertrat er die Interessen der Kommunen auf Landes- und Bundesebene.
2011 verlieh ihm die Stadt Landau die Ehrenbürgerwürde – die höchste Auszeichnung der Stadt – als Anerkennung seines außergewöhnlichen Lebenswerks.
Dr. Christof Wolff verstarb am 28. Januar 2026 im Alter von 84 Jahren. Die AfD-Fraktion sieht in ihrem Antrag eine überparteiliche Würdigung: „Ein Antrag, der eigentlich von den Stadtrats-Parteien nicht abgelehnt werden kann.“ Ob der Vorschlag in der Sitzung am 24. März breite Zustimmung findet, bleibt abzuwarten. (desa)

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