
Diskussionsrunde: Torsten Blank, Landrätin Riedmaier, Gustav Herzog und Wolfgang Schwarz.
Foto: Pfalz-Express/Ahme
Edenkoben. Auf Einladung von Verbandsbürgermeister Torsten Blank, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Kreistagsfraktion und Kandidat der SPD für die Landratswahlen fand im „Weinkontor Edenkoben“ , eine Weinbaupolitische Informationsrunde „Das neue Weingesetz“ statt.
Informationen aus erster Hand kamen von den Abgeordneten Gustav Herzog und Wolfgang Schwarz.
Gustav Herzog ist zu diesem Thema Fachmann und Berichterstatter im Bundestag; Wolfgang Schwarz ist weinbaupolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion und als örtlicher Abgeordneter bestens mit dem Weinbau an der Südlichen Weinstrasse vertraut.
Torsten Blank moderierte die Gesprächsrunde.
Der Saal war gut gefüllt, ein Zeichen dafür, dass die zehnte Auflage des Gesetzes längst nicht so bekannt sein dürfte, wie vermutet.
Mit dem vor kurzem im Bundestag beschlossenen neuen Weingesetz ändern sich einige für Weinwirtschaft und Winzer bedeutende Vorschriften.
Von besonderer Aufmerksamkeit sind diese für die Herkunft „Pfalz“ und damit auch für die Region „Südliche Weinstrasse“, für die Ausgestaltung der neuen „Schutzgemeinschaften“ und die Organisationsaufgaben der Winzerschaft.
Die Regeln, die sich auf deutsches und EU-Recht beziehen, sind zum Teil recht kompliziert.
Sie enthalten unter anderem auch das EU-Weinbezeichnungsrecht. Das Land Rheinland-Pfalz habe zwei Studien in Auftrag gegeben, so Schwarz um zu sehen, ob der Kunde bestimmten Bezeichnungen auch die gleiche Wertigkeit zumisst wie der Verbraucher.
Dieser orientiere sich vor allem an der Rebsorte, weniger an der Weinlage. Dagegen wandte sich ein Winzer: „Die Herkunft, das Gebiet ist wichtig. Ein Winzer ist stolz, wenn er eine gute Lage hat“.
Torsten Blank: „Manche legen Wert auf eine gute Lage, andere, die für eine Flasche 3 Euro ausgeben, ist diese egal. Aber alle müssen bedient werden“.
Landrätin Riedmaier, die sich hier auch als Vertreterin der Pfalzweinwerbung äußerte, brach eine Lanze für die Qualität der SÜW-Vereine: „Wir sind kein Massenanbaugebiet, sondern setzen auf Qualität, dazu gehört die Herkunft.
Unterschiedliche Meinungen gab es auch im Bezug auf den Begriff „Liebfrauenmilch“. Da hatte Minister Volker Wissing einen Vorstoß gemacht, man könne den Begriff wieder aufgreifen mit einer besseren Qualität.
Auch da gab es unterschiedliche Meinungen von „ich glaube nicht, dass wir uns da etwas Gutes tun“, bis „wir sollten es versuchen“. Ein Erzeuger habe schon gute Erfahrungen damit gemacht, erzählte ein Winzer. Ein junges Publikum scheint sich offensichtlich leichter auf den für viele „verbrannten“ Begriff, einzulassen, als die, die noch die „Liebfrauenmilch-Ära“ miterlebt haben.
Vor dreißig Jahren wurde der ursprünglich gute Ruf der Liebfrauenmilch schlechter, er wurde zum billigen Supermarktwein.
Im neuen Weingesetz gibt es eine festgeschriebene Begrenzung der jährlichen Neuanpflanzungen von Rebstöcken . Nach dem Gesetzesentwurf darf die Rebfläche in Deutschland nur um 0,3 Prozent pro Jahr wachsen, um so ein Weinüberangebot zu verhindern. Minister Wissing hat die Ausweitung der Regel für 2020 beantragt.
Ein weiteres Element des neuen Weingesetzes ist die Möglichkeit,“Schutzgemeinschaften“ einzurichten. Das sind Organisationen, bestehend aus Vertretern des Weinbaus, der Genossenschaften und der Kellereien die die Qualitätssicherung rheinland-pfälzischer Weine stärken sollen.
Der Bund möchte die Länder ermächtigen, Organisationen zur Verwaltung herkunftsgeschützter Weinnamen anzuerkennen. Da können die Erzeuger selbst festlegen, welche Anforderungen Qualitätsweine (Weine mitgeschütztem Ursprung) sowie Landweine (Weine mit geschützter geografischer Angabe) erfüllen müssen.
„Die Schutzgemeinschaften sind ein Schritt zu mehr Selbstverwaltung und Mitbestimmungsrecht der Weinwirtschaft“, hatte Minister Wissing gesagt. Diese Möglichkeit wurde von den anwesenden Winzern positiv hervorgehoben.
Was das Thema Weinwerbung angeht, so zeige sich auch hier die Qualität der Südpfalz mit diversen, hoch angesehenen Wettbewerben.
Trotzdem glauben sowohl Blank als auch Riedmaier, dass die Wettbewerbe zukünftig zusammen geführt werden sollten. Vom Kleinen ins Große, wenn man so will, was auch für die Vermarktung der Regionen im Tourismusbereich gelte.
Insgesamt war die Diskussion um das für die Südpfalz wichtige Thema „Wein“ sehr angeregt. (desa)
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