
Wirtschaftsweise: „Auch für die Verteidigung muss mehr ausgegeben werden“.
Foto: dts Nachrichtenagentur
Berlin – Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat Bürger und Unternehmen bis zum Ende des Jahrzehnts auf härtere Zeiten und schwierige wirtschaftliche Jahre eingestimmt.
„Der Angriff Russlands auf die Ukraine ist eine Zäsur. Sie manifestiert endgültig den Übergang von der weitgehend regelbasierten zu einer stärker machtbasierten Weltordnung“, sagte Grimm der „Rheinischen Post“.
„Wir müssen unabhängiger werden, insbesondere bei der Energieversorgung, beim Bezug von kritischen Rohstoffen und auch in unseren Handelsbeziehungen. Das geht mit höheren Kosten einher“, sagte das Mitglied im Wirtschafts-Sachverständigenrat der Bundesregierung.
Strukturell höhere Gaspreise würden künftig die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen beeinträchtigen. „Das erzwingt einen schnelleren Strukturwandel, eine große Herausforderung für die Politik in den kommenden Jahren“, sagte Grimm. Auch für Verteidigung müsse Deutschland künftig mehr ausgeben. „Das geht mit deutlich höheren öffentlichen Investitionen einher.“
Im Gegenzug müssten wichtige Reformen angegangen werden, etwa bei der Rentenversicherung. „Das Jahrzehnt wird anstrengend. Das Zeitalter der Friedensdividenden ist vorbei. Es wird darauf ankommen, die Transformation sozial gerecht zu gestalten, um Verwerfungen zu vermeiden“, sagte die Erlanger Ökonomin. (dts Nachrichtenagentur)
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